Alle oder nicht alle? Ein Beitrag zur Diskussion um die Allversöhnung

Hans-Peter Grabe

Alle oder nicht alle?

Ein Beitrag zur Diskussion um die Allversöhnung

Arbeitsmaterial mit freundlicher Genehmigung vom Missionswerk CHRISTUS für Dich

Meierstraße 1, 26789 Leer-Loga

www.cfdleer.de

Die Bibelstellen sind – wenn nicht anders angegeben – nach der unrevidierten Elberfelder Übersetzung wiedergegeben.

Einleitung

Die meisten Christen tragen in ihren Herzen einen beständigen Schmerz. Einigen ist es gelungen, diesen Schmerz vorübergehend zu verdrängen. Anderen wächst er zu einer unerträglichen Last an, viele werden psychisch krank. Ihnen ist es nicht gelungen, auf die Dauer mit dem Zweifel an einen gütigen GOTT fertig zu werden, einen GOTT, der vorgibt, allmächtig und liebevoll zu sein, der es aber nicht schafft, die Menschen, die ER nach Seinem Bilde geschaffen hat (was auch immer das bedeuten mag), vor einer ewigen (gemeint ist: unaufhörlichen, niemals endenden) Qual zu bewahren. Vielmehr – so jedenfalls lehrt die evangelikale Christenheit – ist GOTT es selbst, der unter Berufung auf Seine Heiligkeit – GOTT ist Licht! – Seine Menschen scharenweise in den „Feuersee“ werfen lässt. Wenn auch nicht allen dieses Schicksal droht, so ist doch der größte Teil betroffen. Wir müssen von mindestens 95 % der Menschheit ausgehen: Alle, die nicht während ihres Erdenlebens eine bewusste Bekehrung zu GOTT in der Annahme des Heilsangebotes in CHRISTUS vollzogen haben. Dazu gehören die Menschen, die niemals von dem genannten Heilsangebot hören konnten, dazu gehören die vielen, die, von Christen enttäuscht, sich abgewandt haben. Alle, die nicht „glaubten“, werden unrettbar für ewig verloren gehen.

Dabei entbehrt es nicht einer gewissen Tragik, dass GOTT gegen Seinen erklärten Willen handeln muss. Es gibt offenbar Zwänge, die stärker sind als Sein Wille, der durchaus menschenfreundlich ist.

Muss man das glauben?

Wenn das zu glauben ist, will ich mich vor IHM niederwerfen. Ich will mit IHM leiden in Seiner großen Liebesnot. ER ist GOTT!

Wir beobachten, dass sich in der westlichen Welt, parallel zum allgemeinen Verfall von Werten und Normen, auch in der Christenheit ein Trend zur Oberflächlichkeit ausbreitet. „GOTT“ ist derjenige, von dem ich Wohlbefinden erwarten kann. ER funktioniert als stets verständnisvoller Vater, wofür wir IHM mehr oder weniger lauten „Lobpreis“ unserer Seelen anbieten. Gedanken an Gericht, Strafe, Hölle stören die „Harmonie“ in der Beziehung zu GOTT. Darum verschweigen wir alles, was auch nur den Anschein von Pflichten GOTT gegenüber erwecken könnte, wir reden nicht davon, welche Konsequenzen aus der Nichterfüllung dieser Pflichten zu erwarten sind. Scham und Tränen über unsere Sünden sind selten geworden. „Warum auch, GOTT vergibt doch sowieso?“

Vor diesem Hintergrund wird bei vielen als selbstverständlich angenommen, dass am Ende „bestimmt“ alle im Himmel sein werden (falls es den überhaupt „so“ gibt).

Eine solche Haltung widerspricht ganz und gar der Botschaft der Bibel.

Wer GOTTES Wort ernst nimmt, rechnet mit einem Heiligen, Gerechten, der Licht ist und in dem gar keine Finsternis ist, einem GOTT, der „zu reine Augen [hat], um Böses mit ansehen zu können, und Verderben anzuschauen“ (1. Johannes 1,5; Habakuk 1,13). Wir haben einen GOTT, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten Generation von denen, die [IHN] hassen (2. Mose 20,5) und der die Sünder ausschließt vom Reiche GOTTES.

Das sagt die Schrift

1. Nur, wer an den SOHN glaubt, hat ewiges Leben

Johannes 3,36: Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

Johannes 3,3: Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

1. Johannes 5,12: Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht.

2. Wer nicht auserwählt ist, kann der Hölle nicht entfliehen

Matthäus 23,33: Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?

Matthäus 22,13-14: Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Füße und Hände, [nehmet ihn] und werfet ihn hinaus in die äußere Finsternis: da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen. Denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte.

1. Korinther 1,27-28: … sondern das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, auf dass er die Weisen zu Schanden mache; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, auf dass er das Starke zu Schanden mache; und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott auserwählt, [und] das, was nicht ist, auf dass er das, was ist, zunichte mache.

1. Petrus 1,2: … auserwählt nach Vorkenntnis Gottes, des Vaters, durch Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Blutbesprengung Jesu Christi: Gnade und Friede sei euch vermehrt!

Markus 13,27: Und dann wird er seine Engel aussenden und seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.

Römer 9,15 -16: Denn er sagt zu Moses: „Ich werde begnadigen, wen ich begnadige, und werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarme.“

Also liegt es nun nicht an dem Wollenden, noch an dem Laufenden, sondern an dem begnadigenden Gott.

3. Für die Gesetzlosen ist der Feuerofen – der zweite Tod!

Matthäus 13,41-42: Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche alle Ärgernisse zusammenlesen und die das Gesetzlose tun; und sie werden sie in den Feuerofen werfen: da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen.

Offenbarung 21,8: Den Feigen aber und Ungläubigen und mit Greueln Befleckten und Mördern und Hurern und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern, ihr Teil ist in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt, welches der zweite Tod ist.

4. Derjenige, dessen Name nicht im Buch des Lebens steht, kommt in den Feuersee

Offenbarung 20,11-15: Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß, vor dessen Angesicht die Erde entfloh und der Himmel, und keine Stätte wurde für sie gefunden. Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Throne stehen, und Bücher wurden aufgetan; und ein anderes Buch ward aufgetan, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren, und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buche des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen.

5. Das Feuer ist unauslöschlich

Lukas 3,17: … dessen Worfschaufel in seiner Hand ist, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und den Weizen in seine Scheune sammeln; die Spreu aber wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.

Judas 1,7: Wie Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die sich, gleicherweise wie jene, der Hurerei ergaben und anderem Fleische nachgingen, als ein Beispiel vorliegen, indem sie des ewigen Feuers Strafe leiden.

Matthäus 25,41: Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Gehet von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln.

6. Ewige Strafe – ewige Pein

Matthäus 25,41-46: Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Gehet von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln; denn mich hungerte, und ihr gabet mir nicht zu essen; mich dürstete, und ihr tränktet mich nicht; ich war Fremdling, und ihr nahmet mich nicht auf; nackt, und ihr bekleidetet mich nicht; krank und im Gefängnis, und ihr besuchtet mich nicht. Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig, oder durstig, oder als Fremdling, oder nackt, oder krank, oder im Gefängnis, und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch mir nicht getan. Und diese werden hingehen in die ewige Pein, die Gerechten aber in das ewige Leben.

2. Thessalonicher 1,7-9: … und euch, die ihr bedrängt werdet, Ruhe mit uns bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel, mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung gibt denen, die Gott nicht kennen, und denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorchen; welche Strafe leiden werden, ewiges Verderben vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Stärke.

7. Niemand kann die große Kluft übersteigen

Lukas 16,23-26: Und in dem Hades seine Augen aufschlagend, als er in Qualen war, sieht er Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoße. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Kind, gedenke, daß du dein Gutes völlig empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus gleicherweise das Böse; jetzt aber wird er hier getröstet, du aber leidest Pein. Und zu diesem allem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, damit die, welche von hier zu euch hinübergehen wollen, nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen.

Prediger 11,3: Wenn die Wolken voll Regen sind, so entleeren sie sich auf die Erde; und wenn ein Baum nach Süden oder nach Norden fällt: an dem Orte, wo der Baum fällt, da bleibt er liegen.

8. Keine Vergebung mehr

Matthäus 12,30-32: Wer nicht mit mir ist, ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut. Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden. Und wer irgend ein Wort reden wird wider den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber irgend wider den Heiligen Geist reden wird, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen.

Hebräer 12,16-17: … dass nicht jemand ein Hurer sei oder ein Ungöttlicher wie Esau, der für eine Speise sein Erstgeburtsrecht verkaufte, denn ihr wisset, dass er auch nachher, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde (denn er fand keinen Raum für die Buße), obgleich er ihn mit Tränen eifrig suchte.

9. Auch die Heiligen müssen sich sehr fürchten!

Hebräer 10,26-31: Denn wenn wir mit Willen sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig, sondern ein gewisses furchtvolles Erwarten des Gerichts und der Eifer eines Feuers, das die Widersacher verschlingen wird. Jemand, der das Gesetz Moses‘ verworfen hat, stirbt ohne Barmherzigkeit auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen; wie viel ärgerer Strafe, meinet ihr, wird der wertgeachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch welches er geheiligt worden ist, für gemein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat? Denn wir kennen den, der gesagt hat: „Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr“. Und wiederum: „Der Herr wird sein Volk richten.“ Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!

Hebräer 6,4-6: Denn es ist unmöglich, diejenigen, welche einmal erleuchtet waren und geschmeckt haben die himmlische Gabe, und teilhaftig geworden sind des Heiligen Geistes, und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Wunderwerke des zukünftigen Zeitalters, und abgefallen sind, wiederum zur Buße zu erneuern, indem sie den Sohn Gottes für sich selbst kreuzigen und ihn zur Schau stellen.

Johannes 15,6: Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

Philipper 2,12: Daher, meine Geliebten, gleichwie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein als in meiner Gegenwart, sondern jetzt vielmehr in meiner Abwesenheit, bewirket eure eigene Seligkeit mit Furcht und Zittern.

Matthäus 10,28: Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle. Matthäus 5,29: Wenn aber dein rechtes Auge dich ärgert, so reiß es aus und wirf es von dir; denn es ist dir nütze, dass eines deiner Glieder umkomme und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde.

Matthäus 5,22: Ich aber sage euch, dass jeder, der seinem Bruder [ohne Grund] zürnt, dem Gericht verfallen sein wird; wer aber irgend zu seinem Bruder sagt: Raka! dem Synedrium verfallen sein wird; wer aber irgend sagt: Du Narr! der Hölle des Feuers verfallen sein wird.

9.1. Die auf das Irdische sinnen – ihr Ende ist Verderben

Philipper 3,18-19: Denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, daß sie die Feinde des Kreuzes Christi sind: deren Ende Verderben, deren Gott der Bauch, und deren Ehre in ihrer Schande ist, die auf das Irdische sinnen.

9.2. Auch sie haben keinen Anteil am Reich GOTTES

Galater 5,19-21: Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Hader, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen, Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im voraus, so wie ich vorher sagte, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden.

Offenbarung 22,14-15: Glückselig, die ihre Kleider waschen, auf daß sie ein Recht haben an dem Baume des Lebens und durch die Tore in die Stadt eingehen! Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Hurer und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut. 1.Korinther 6,9-10: Oder wisset ihr nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht ererben werden? Irret euch nicht! Weder Hurer, noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Weichlinge, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Schmäher, noch Räuber werden das Reich Gottes ererben.

10. Das Gericht ist gerecht

Offenbarung 16,7: Und ich hörte den Altar sagen: Ja, Herr, Gott, Allmächtiger, wahrhaftig und gerecht sind deine Gerichte.

Römer 3,8: Und warum nicht, wie wir gelästert werden, und wie etliche sagen, dass wir sprechen: Lasst uns das Böse tun, damit das Gute komme? deren Gericht gerecht ist.

Philipper 1,27-28: Wandelt nur würdig des Evangeliums des Christus, auf dass, sei es, dass ich komme und euch sehe, oder abwesend bin, ich von euch höre, dass ihr feststehet in einem Geiste, indem ihr mit einer Seele mitkämpfet mit dem Glauben des Evangeliums, und in nichts euch erschrecken lasset von den Widersachern; was für sie ein Beweis des Verderbens ist, aber eures Heils, und das von Gott.

Halt!

Wovon reden wir eigentlich?

Spätestens an dieser Stelle müssen wir einhalten und fragen: Wovon reden wir eigentlich?

Wir reden von der 12-jährigen Tochter gläubiger Eltern, die es vor ihrem tödlichen Unfall versäumt hatte, sich zu bekehren; wir reden von dem frühverstorbenen Komponisten, der nur Musik im Kopf hatte, während er von seiner „christlichen“ Erziehung her glaubte, mit GOTT im Reinen zu sein („Ich bin getauft, konfirmiert …“); wir reden von Millionen, die niemals das Evangelium wahr und mit Vollmacht verkündigt bekamen ‒ davon reden wir!

Sie alle, ein Heer von Milliarden von Menschen, haben gelebt, sind gestorben und warten jetzt im Hades (Luther: in der Hölle) unter schrecklichen Qualen auf das Gericht, dessen Ausgang feststeht: Feuersee. Dort werden sie bei vollem Bewusstsein gequält, von Ewigkeit zu Ewigkeit, ohne den kleinsten Strahl von Hoffnung, ohne je mit einer Erleichterung rechnen zu dürfen. Sie alle bezahlen ihr kurzes irdisches Dasein mit unendlicher Einsamkeit, mit ewiger Trennung von GOTT – mit Feuerqualen. Wenn wir auch nach den Worten unseres HERRN JESUS annehmen dürfen, dass es dort Unterschiede geben wird – das Los der ungeretteten Menschen ist und bleibt unbeschreiblich schrecklich! Davon reden wir!

Wir reden auch von GOTT. Wir denken dabei an Seine Liebesbemühungen um die verlorene Welt; wir denken daran, dass GOTT Seine Forderungen gegenüber dieser Welt aufgegeben hat, weil CHRISTUS sie am Kreuz von Golgatha gesühnt hat. Wir denken daran, dass ER uns mit Sich Selbst versöhnt hat (uns, das ist „uns Menschen“, „die Welt“):

„Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat, <nämlich> dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat“ (2. Korinther 5,18-19).

Wir erinnern uns, dass GOTT uns zu Botschaftern der Versöhnung bestellt hat. Wir sollen den Menschen sagen, dass GOTT ihnen die Hand der Versöhnung entgegenstreckt.

Wie ist es zu beurteilen, wenn wir das versäumen? Wenn wir das halbherzig tun? Vor unseren Augen stehen unsere Nachbarn, Arbeitskollegen, Verwandte, all die vielen Menschen, die jetzt noch leben – wenn wir überzeugt sind, dass sie ohne Bekehrung, ohne die Versöhnungshand GOTTES zu ergreifen, ewig in der Finsternis, ewig gequält werden und ewig hoffnungslos sein müssen, wer möchte da noch von Liebe reden, für sich in Anspruch nehmen, dass die Liebe GOTTES in ihm sei, wenn er sich nicht sofort aufmachte, um Menschen unter Tränen zu bitten: „Lasst euch versöhnen mit GOTT!“

Sind wir zudem noch überzeugt, dass es von der Entscheidung, also der Willensbekundung des Verlorenen abhängt, ob er gerettet wird oder nicht, dann dürfen wir keinen Augenblick ruhen. Wir müssen es hinausschreien: „Kommt, glaubt an den HERRN JESUS, lasst euch retten!“

Wovon reden wir? Wir reden von GOTTES Gerechtigkeit, die auf Golgatha befriedigt worden ist. Wir reden von GOTTES unergründlicher Liebe, von Seiner Heiligkeit.

Wenn ich sehe, dass ein Mensch auf der Brücke steht und zu erkennen gibt, dass er sich vorgenommen hat, ins Wasser zu springen – was habe ich zu tun? Wenn ich sehe, dass der Dachstuhl des Hauses meiner Nachbarn brennt, was habe ich zu tun? Wenn ich sehe, dass der Mensch neben mir dem Feuersee zustrebt, ohne das zu wissen … – oder haben wir den Schrecken der Verdammnis verdrängt, feiern wir unsere Gottesdienste, loben und preisen GOTT, erwarten wir seelische Erbauung, kümmern uns aber nicht um die, die „zur Schlachtung hinwanken“?

Rette die, die zum Tode geschleppt werden; und die zur Schlachtung hinwanken, o halte sie zurück! Sprüche 24,11

Wie sollen sie nun den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie aber sollen sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? Wie aber sollen sie hören ohne einen Prediger? Wie aber sollen sie predigen, wenn sie nicht gesandt sind? Römer 10,14-15

Können wir noch ruhig in unseren Sesseln sitzen, ruhig schlafen? „O halte sie zurück!“

Wie furchtbar klingen die Worte aus dem Mund des Heilandes in unseren Herzen nach, Worte, die über das ewige Los von vielen, vielen Menschen entscheiden werden: „Und die Tür wurde verschlossen“ (Matthäus 25,10).

Was müssen wir tun?

Wir müssen uns erinnern, dass unser GOTT noch viel mehr an der Errettung der Verlorenen interessiert ist, als wir es jemals sein können. Wir müssen inständig bitten, flehen, dass der HERR uns sendet, dass ER andere sendet, müssen unsere Herzen öffnen, unsere Hände, IHM zur Verfügung zu stehen. Wir müssen unsere wegen der Schwere des Gerichts bestürzten Herzen bei IHM zur Ruhe bringen und uns von IHM trösten lassen.

Ein Hoffnungsstrahl – die Lehre von der Allversöhnung

Allversöhnung – wenn wir das doch glauben dürften! Dürfen wir?

Jeder, der nach dieser Kapitelüberschrift noch weiter liest, wird bald erkennen, dass wir keine schnelle, einfache Antwort auf die gestellte Frage haben. Vielmehr stoßen wir bei unserem Forschen nur allzu bald an unsere Grenzen. Wenn jemand durch die Lektüre dieser Schrift eine allgemeingültige und dazu einfache Antwort erwartet, wird er enttäuscht. Es soll zum eigenen Forschen angeregt werden, zum Forschen in GOTTES Wort, aus dem wir die einzig gültigen Antworten erhalten.

Unendliche Höllenstrafe oder Allversöhnung?

Zu diesem Thema ist viel geschrieben worden. Befürworter der so genannten „Allversöhnungslehre“ versuchen darzulegen, dass letzthin alle Menschen gerettet werden. Sie berufen sich auf die Heilige Schrift, die viele von ihnen sehr eingehend studiert haben und mancher von ihnen in den Ursprachen lesen kann. Die meisten verurteilen in ihren Schriften Christen mit anderen Erkenntnissen nicht, deuten jedoch an, dass es solchen Christen eben doch an der rechten Einsicht in GOTTES Heilswirken fehle.

Ihre Widersacher geben sich meist entschlossener. Auch sie legen Bibeltexte aus, die ihrer Erkenntnis nach eindeutig aussagen, dass jeder, der sich nicht während seines Erdenlebens zu GOTT bekehrt und durch den Glauben an den HERRN JESUS CHRISTUS ein neues Leben empfängt, ewig – das heißt für sie: ohne Ende – im Feuersee gequält wird, ohne je eine Hoffnung haben zu können. Von dieser Seite wird die „Allversöhnungslehre“ dann als Irrlehre gebrandmarkt. Einige sagen, sie sei vom Teufel selbst inspiriert.

Allerdings gibt es hier auch Unterschiede. Einige lehren – wie bereits gesagt –, dass nur diejenigen, die zu Lebzeiten „gerettet“ wurden, Anteil an dem ewigen Leben haben können. Andere lassen, mehr oder weniger stillschweigend, auch solche Menschen, die als sehr junge Kinder oder als Ungeborene starben, als gerettet gelten. Dafür nehmen sie dann das Wort des HERRN in Anspruch: „Lasset die Kindlein zu mir kommen …, denn solcher ist das Reich GOTTES“ (Markus 10,14).

Die vielen Millionen, die das Evangelium nie gehört haben, sind jedoch unrettbar verloren. Sie hätten aus der Schöpfung erkennen können, dass es einen GOTT gibt, hätten IHN anbeten, IHN verherrlichen können, um dadurch (?) in den Genuss der ewigen Seligkeit zu gelangen (so wird Römer 1,20 ausgelegt; vgl. dazu Römer 10,14!).

Weil zwar „viele berufen“, aber „wenige auserwählt“ sind, werden auch verhältnismäßig sehr wenige in der ewigen Herrlichkeit GOTTES sein. Die anderen haben ja „nicht gewollt“.

Wer hat recht?

Die beiden genannten Positionen stehen sich unversöhnlich gegenüber. Die Gegner der „Allversöhnungslehre“ sind dabei bei weitem in der Überzahl, und auch einige Theologen und Bibellehrer, die im Herzen auf der Seite der „Allversöhner“ sind, meinen es ihrem guten Ruf schuldig zu sein, diesbezügliche Erkenntnisse gelegentlich dementieren zu müssen (wer will sich schon gerne nachsagen lassen, eine gefährliche Irrlehre zu vertreten?). Allein, die Tatsache, dass die weit überwiegende Mehrheit gegen die Allversöhnungslehre ist, darf uns nicht daran hindern, Argumente anzuhören, wenn uns daran gelegen ist, die Wahrheit zu erkennen.

Dabei kann uns die heutige Theologie wenig helfen. Demjenigen, dem „Himmel“ und „Hölle“ bestenfalls Symbole, dem Auferstehung und Ewigkeit Mythen sind, bedeutet unsere Frage in Wirklichkeit gar nichts.

Wenn Sie aber mit mir übereinstimmen, dass – wenn es überhaupt eine gültige Antwort gibt – diese in GOTTES Wort zu finden ist und nicht in logischen Schlüssen menschlicher Weisheit, dann lassen Sie uns miteinander die Argumentation beider Seiten anhand der Bibel prüfen. Lassen Sie uns sehen, ob die eine oder die andere Seite die Aussagen der Bibel missdeutet, missbraucht, durch Hinzufügen oder Weglassen verfälscht.

Bevor wir das in Angriff nehmen, erlauben Sie aber bitte eine Frage, die zugegebenermaßen an dieser Stelle unpassend erscheinen mag, weil eine positive Antwort alle weiteren Ausführungen überflüssig machte. Trotzdem werden wir die Frage stellen:

„Könnte es sein, dass es in Wahrheit gar keine schlüssige und endgültige Antwort auf die Frage nach Umfang und Auswirkung der Versöhnungstat GOTTES einerseits und der Entscheidungsfähigkeit des Menschen andererseits gibt?“

Immerhin nennt GOTTES Wort die Gerichte GOTTES „unerforschlich“ und Seine Wege „unergründlich“ (Römer 11,33). Wenn denn beide „unerforschlich“ und „unergründlich“ sind, müssen wir mit großer Demut an die Frage nach dem Ausgang der Wege und der Gerichte GOTTES herangehen.

Das heißt aber nicht, dass wir uns der großen, wichtigen Frage verweigern dürften, auch auf die Gefahr hin, am Ende keine einfache, griffige und allgemeinverständliche Antwort zu haben, oder aber eine Antwort, die unser bisheriges Denken korrigiert.

Wir sind uns darüber im Klaren, dass ein aus dem Textzusammenhang herausgerissener Abschnitt leicht missverstanden oder missbraucht werden kann. Darum empfiehlt es sich, beim weiteren Nachdenken die Verse noch einmal in ihrem Zusammenhang zu lesen. Weiter wissen wir, dass es zu jeder Aussage der Bibel unterschiedliche Erklärungen gibt. Theologen verstehen es meisterlich, einen Text genau das sagen zu lassen, was sie wollen, dass er aussagen möge. Wir sollten nicht bei einem einzelnen Bibelzitat stehen bleiben, sondern die Vielzahl der biblischen Aussagen zur Kenntnis zu nehmen bereit sein. Der eine und andere Spruch mag auch ganz anders zu verstehen sein. Es genügt jedoch ein einziges richtig verstandenes Wort GOTTES, um eine Lehre unbezweifelbar als verbindlich auszuweisen.

Auch das lehrt GOTTES Wort

1. GOTTES erklärter Wille ist die Rettung aller Menschen

1.1. GOTT ist der Retter aller Menschen

1. Timotheus 4,9-11: Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert; denn für dieses arbeiten wir und werden geschmäht, weil wir auf einen lebendigen Gott hoffen, der ein Erhalter [wörtl. Retter (sōtēr)] aller Menschen ist, besonders der Gläubigen. Dies gebiete und lehre!

1.2. GOTTES Blick ist nicht nur auf wenige gerichtet, sondern auf alle

1.2.1. GOTT will, dass alle Menschen gerettet werden

1. Timotheus 2,3-6: Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn {einer} ist Gott, und {einer} ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit.

1.2.2. GOTT will alles unter einem Haupt zusammenfassen

Epheser 1,9-10: Er hat uns ja das Geheimnis seines Willens zu erkennen gegeben nach seinem Wohlgefallen, das er sich vorgenommen hat in ihm für die Verwaltung <bei> der Erfüllung der Zeiten: alles zusammenzufassen in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist – in ihm. (Zusammenfassen – wörtlich: unter ein [gemeinsames] Haupt bringen {Briem: „alles unter ein Haupt zusammenzubringen in dem Christus; Jantzen: (um) in Christus alles (für sich) wieder unter ein Haupt zu fassen}.)

1.2.3. GOTT will nicht das Leben wegnehmen

2. Samuel 14,14: Denn sterben müssen wir und sind wie Wasser, das auf die Erde geschüttet wird und das man nicht wieder sammeln kann. Aber Gott will nicht das Leben wegnehmen, sondern er hat die Absicht, dass der Verstoßene nicht <auch> von ihm weg verstoßen bleibt.

1.2.4. Der VATER hat dem SOHN alles in die Hand gegeben, und es ist Sein Wille, dass dieser nichts davon verliert

Johannes 3,35: Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.

Johannes 6,39: Dies aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern es auferwecke am letzten Tag.

Hebräer 2,7-8: Du hast ihn ein wenig unter die Engel erniedrigt; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt; du hast alles unter seine Füße gelegt. Denn indem er ihm alles unterwarf, ließ er nichts übrig, das ihm nicht unterworfen wäre; jetzt aber sehen wir ihm noch nicht alles unterworfen.

Wir beten: Unser VATER in den Himmeln, … Dein Wille geschehe!

2. Was hat GOTT dafür getan, dass Sein Wille auch wirklich geschieht?

2.1. ER hat Seinen eingeborenen SOHN gesandt, um die Welt (den Kosmos) zu retten

Johannes 3,16-18: Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn errettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.

2.1.1. Es war GOTT selbst, der in CHRISTUS war, um die Welt mit sich selbst zu versöhnen

2. Korinther 5,18-19: Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat, <nämlich> dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat.

Kolosser 1,18-20: Und {er} ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang habe; denn es gefiel der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen und durch ihn alles mit sich zu versöhnen – indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes – durch ihn, sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist.

2.1.2. Der SOHN kam, um die Welt zu retten

Johannes 12,47: … und wenn jemand meine Worte hört und nicht bewahrt, so richte ich ihn nicht, denn ich bin nicht gekommen, auf dass ich die Welt richte, sondern auf dass ich die Welt errette. Matthäus 18,11: Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, das Verlorene zu erretten. 1. Johannes 4,14: Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland (sōtēr) der Welt.

Johannes 3,17: Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn errettet werde.

2.1.3. … heilbringend allen Menschen

Titus 2,11: Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen

2.2. Wenn es allen gilt, dann gilt es auch den Bewohnern der Finsternis

Psalm 107,10-17: Die Bewohner des Dunkels und der Finsternis <lagen> gefesselt in Elend und Eisen: denn sie waren widerspenstig gewesen gegen die Worte Gottes und hatten verachtet den Rat des Höchsten; und er hatte ihr Herz gebeugt durch Unheil. Sie waren gestürzt, und kein Helfer war da. – Da schrieen sie zum HERRN um Hilfe in ihrer Not: aus ihren Bedrängnissen rettete er sie. Er führte sie heraus aus Dunkel und Finsternis, er zerriss ihre Fesseln. Sie sollen den HERRN preisen für seine Gnade, für seine Wunder an den Menschenkindern! Denn er hat eherne Türen zerbrochen, und eiserne Riegel hat er zerschlagen.

2.3. CHRISTUS gab sich selbst als das Lösegeld für alle

1. Timotheus 2,5-6: Denn {einer} ist Gott, und {einer} ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit. Römer 5,17-19: Denn wenn durch die Übertretung des Einen der Tod durch den Einen geherrscht hat, so werden vielmehr die, welche die Überschwenglichkeit der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den Einen, Jesum Christum; also nun, wie es durch eine Übertretung gegen alle Menschen zur Verdammnis gereichte, so auch durch eine Gerechtigkeit gegen alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens. Denn gleichwie durch des einen Menschen Ungehorsam die Vielen in die Stellung von Sündern gesetzt worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen in die Stellung von Gerechten gesetzt werden.

2.3.1. CHRISTUS ist die Sühnung für die Sünden der ganzen Welt

1. Johannes 2,1-2: Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand sündigt – wir haben einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.

2.4. Der HERR JESUS ist gekommen, um die Werke des Teufels zu vernichten (aufzulösen)

1. Johannes 3,8: Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang an. Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte.

2.5. Der SOHN ging den Gehorsams- und Opferweg, und der VATER hat IHN dafür hoch erhoben

2.5.1. GOTT will, dass sich einmal jedes Knie vor dem SOHN beugt

Philipper 2,9-11: Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

2.5.2. Dafür ist alles überhaupt geschaffen

Kolosser 1,16: Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen.

2.6. Retten bedeutet Sühnung und Wegnahme der Sünde

Johannes 1,29: Am folgenden Tag sieht er Jesus zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!

3. Wird GOTT Seinem Willen auch Geltung verschaffen?

3.1. Was GOTT sich vorgenommen hat, das geschieht auch.

Jesaja 46,10: … der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, – der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus.

Psalm 135,6: Alles, was dem HERRN wohlgefällt, tut er in den Himmeln und auf der Erde, in den Meeren und in allen Tiefen.

1. Johannes 4,14: Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland (Retter) der Welt.

Jesaja 46,9-10: Gedenket des Früheren von der Urzeit her, dass ich Gott bin. Es gibt keinen sonst, keinen Gott gleich mir, der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, – der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus.

4. Nicht für immer – Wirklich?

4.1. Der HERR wird auch künftig gnädig sein

Psalm 77,8-10: Wird der Herr auf ewig verwerfen und künftig keine Gunst mehr erweisen? Ist seine Gnade für immer zu Ende? Hat das Wort aufgehört von Geschlecht zu Geschlecht? Hat Gott vergessen, gnädig zu sein? Hat er im Zorn verschlossen seine Erbarmungen? Sela.

4.2. ER verstößt nicht ewiglich

Klagelieder 3,31-34: Denn der Herr verstößt nicht ewiglich; sondern wenn er betrübt hat, erbarmt er sich nach der Menge seiner Gütigkeiten. Denn nicht von Herzen plagt und betrübt er die Menschenkinder, dass man alle Gefangenen der Erde unter seinen Füßen zertrete.

4.3. Seine Erbarmungen sind nicht zu Ende

Klagelieder 3,22: Es sind die Gütigkeiten Jahwes, dass wir nicht aufgerieben sind; denn seine Erbarmungen sind nicht zu Ende.

4.4. Auch wenn ER als Mahnung auch scheinbar das Gegenteil sagt

4.4.1. Beispiel: Aussagen aus dem Propheten Hosea

Hosea 1,6: Und sie wurde wieder schwanger und gebar eine Tochter. Und er sprach zu ihm: Gib ihr den Namen Lo-Ruhama! Denn ich erbarme mich künftig über das Haus Israel nicht mehr, sondern nehme ihnen <mein Erbarmen> völlig weg.

Hosea 9,15: Ihre ganze Bosheit wurde in Gilgal <offenkundig>, ja, dort habe ich sie gehasst. Wegen der Bosheit ihrer Taten vertreibe ich sie aus meinem Haus. Ich werde sie nicht mehr lieben; all ihre Obersten sind Widerspenstige.

Hosea 14,5: Ich will ihre Abtrünnigkeit heilen, will sie aus freiem Antrieb lieben. Denn mein Zorn hat sich von ihm abgewandt.

4.4.2. Beispiel aus dem Propheten Jona

Jona 3,4-5: Und Jona begann, in die Stadt hineinzugehen, eine Tagereise <weit>. Und er rief und sprach: Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört! Da glaubten die Leute von Ninive an Gott; und sie riefen ein Fasten aus und kleideten sich in Sacktuch von ihrem Größten bis zu ihrem Kleinsten. Jona 3,10: Und Gott sah ihre Taten, dass sie von ihrem bösen Weg umkehrten. Und Gott ließ sich das Unheil gereuen, das er ihnen zu tun angesagt hatte, und er tat es nicht.

5. Wirklich alle?

5.1. Alle haben gesündigt – alle werden begnadigt

Römer 3,21-26: Jetzt aber ist ohne Gesetz Gottes Gerechtigkeit geoffenbart worden, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten: Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus für alle, die glauben. Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott hingestellt als einen Sühneort durch den Glauben an sein Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes; zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist.

1. Korinther 15,21-28: … denn da ja durch einen Menschen <der> Tod <kam>, so auch durch einen Menschen <die> Auferstehung <der> Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. Jeder aber in seiner eigenen Ordnung: <der> Erstling, Christus; sodann die, welche Christus gehören bei seiner Ankunft; dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt; wenn er alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht weggetan hat. Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod weggetan. „Denn alles hat er seinen Füßen unterworfen.“ Wenn es aber heißt, dass alles unterworfen sei, so ist klar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn ihm aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei.

5.1.1. GOTT hat es zugelassen, dass alle ungehorsam wurden, damit ER sich über alle erbarmen kann

Römer 11,32-36: Denn Gott hat alle zusammen in den Ungehorsam eingeschlossen, damit er sich aller erbarmt. O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unaufspürbar seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Mitberater gewesen? Oder wer hat ihm vorher gegeben, und es wird ihm vergolten werden? Denn aus ihm und durch ihn und zu ihm hin sind alle Dinge! Ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.

1.Korinther 15,22: Denn gleichwie in dem Adam alle sterben, also werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden.

Römer 5,15-19: Mit der Übertretung ist es aber nicht so wie mit der Gnadengabe. Denn wenn durch des einen Übertretung die vielen gestorben sind, so ist viel mehr die Gnade Gottes und die Gabe in der Gnade des {einen} Menschen Jesus Christus gegen die vielen überreich geworden. Und mit der Gabe ist es nicht so, wie <es> durch den einen <kam>, der sündigte. Denn das Urteil <führte> von einem zur Verdammnis, die Gnadengabe aber von vielen Übertretungen zur Gerechtigkeit. Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche den Überfluß der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus. Wie es nun durch {eine} Übertretung für alle Menschen zur Verdammnis <kam>, so auch durch {eine} Gerechtigkeit für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens. Denn wie durch des {einen} Menschen Ungehorsam die vielen <in die Stellung von> Sündern versetzt worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen <in die Stellung von> Gerechten versetzt werden.

5.2. Alles Fleisch wird das Heil GOTTES sehen

Lukas 3,5-6: Jedes Tal wird ausgefüllt und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden, und das Krumme wird zum geraden <Weg> und die holprigen zu ebenen Wegen werden; und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.

5.2.1. Das gilt besonders für alle Nachkommen Israels

Jesaja 45,21-25: Berichtet und bringt <Beweise> herbei! Ja, sollen sie sich miteinander beraten! Wer hat dies von alters her hören lassen, schon längst es verkündet? Nicht ich, der HERR? Und sonst gibt es keinen Gott außer mir. Einen gerechten und rettenden Gott gibt es außer mir nicht! Wendet euch zu mir und lasst euch retten, alle ihr Enden der Erde! Denn ich bin Gott und keiner sonst. Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge <mir> schwören und sagen: Nur in dem HERRN ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm wird man kommen, und es werden alle beschämt werden, die gegen ihn entbrannt waren. In dem HERRN werden gerecht sein und sich rühmen alle Nachkommen Israels.

5.2.2. Alle werden zum HERRN umkehren

Psalm 22,28-30: Es werden daran gedenken und zum HERRN umkehren alle Enden der Erde; vor dir werden niederfallen alle Geschlechter der Nationen. Denn dem HERRN <gehört> das Königtum, er herrscht über die Nationen.

Es aßen und fielen nieder alle Fetten der Erde; vor ihm werden sich beugen alle, die in den Staub hinabfuhren, und der, der seine Seele nicht am Leben erhalten konnte.

5.3. GOTT hat alles unter die Füße JESU gelegt

Hebräer 2,8: „… du hast alles unter seine Füße gelegt.“ Denn indem er ihm alles unterwarf, ließ er nichts übrig, das ihm nicht unterworfen wäre; jetzt aber sehen wir ihm noch nicht alles unterworfen. 1. Korinther 15,28: Wenn ihm aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei.

5.3.1. Jedes Knie und jede Zunge

Jesaja 45,23-24: Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge <mir> schwören und sagen: Nur in dem HERRN ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm wird man kommen, und es werden alle beschämt werden, die gegen ihn entbrannt waren.

Philipper 2,9-11: Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

(Lies dazu: 1. Korinther 12,3: Deshalb tue ich euch kund, dass niemand, der im Geist Gottes redet, sagt: Fluch über Jesus! und niemand sagen kann: Herr Jesus! außer im Heiligen Geist.)

5.4. GOTT macht alles neu

Offenbarung 21,5: Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht: Schreibe! Denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig.

Offenbarung 22,3: Und keinerlei Fluch wird mehr sein; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein; und seine Knechte werden ihm dienen.

Offenbarung 5,13: Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm den Lobpreis und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Johannes 12,32: Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.

5.5. GOTT ist ein Retter aller Menschen

1. Timotheus 4,9-11: Das Wort ist gewiß und aller Annahme wert; denn dafür arbeiten und kämpfen wir, weil wir auf einen lebendigen Gott hoffen, der ein Retter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen. Dies gebiete und lehre!

1. Johannes 2,2: Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.

5.6. Heilbringend allen Menschen

Titus 2,11: Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen.

Johannes 1,9: Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet.

2. Korinther 5,14-19: Denn die Liebe Christi drängt uns, da wir zu diesem Urteil gekommen sind, dass einer für alle gestorben ist <und> somit alle gestorben sind. Und für alle ist er gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferweckt worden ist. Daher kennen wir von nun an niemand nach dem Fleisch; wenn wir Christus auch nach dem Fleisch gekannt haben, so kennen wir <ihn> doch jetzt nicht mehr <so>. Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat, <nämlich> dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat.

Psalm 145,9-11: Der HERR ist gut gegen alle, sein Erbarmen ist über alle seine Werke. Es werden dich loben, HERR, alle deine Werke und deine Frommen dich preisen. Sie werden sprechen von der Herrlichkeit deines Reiches, sie werden reden von deiner Kraft.

Offenbarung 5,13: Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm den Lobpreis und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!

6. Es gibt Hoffnung für die Schöpfung – die Heiligen als „Erstlingsfrucht“

6.1. Die ganze Schöpfung hat Grund zur freudigen Erwartung

Römer 8,19-21: Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden – nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat – auf Hoffnung hin, dass auch selbst die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit freigemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.

6.2. Die heute bereits an CHRISTUS Glaubenden sind „Erstlingsfrucht“

Jakobus 1,18: Nach seinem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir gewissermaßen eine Erstlingsfrucht {seiner} Geschöpfe seien.

Römer 11,16: Wenn aber das Erstlingsbrot heilig ist, so auch der Teig; und wenn die Wurzel heilig ist, so auch die Zweige.

7. Alle! – Aber nicht ohne Glauben

Römer 3,23-26: Denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott hingestellt als einen Sühneort durch den Glauben an sein Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes; zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist.

Römer 3,30: Denn Gott ist {einer}. Er wird die Beschneidung aus Glauben und das Unbeschnittensein durch den Glauben rechtfertigen.

Nicht ohne Glauben – aber kann man auch im Hades noch glauben lernen?

1. Petrus 3,18-20: Denn es hat auch Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe, zwar getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. In diesem ist er auch hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt, die einst ungehorsam gewesen waren, als die Langmut Gottes in den Tagen Noahs abwartete, während die Arche gebaut wurde, in die wenige, das sind acht Seelen, durchs Wasser hindurch gerettet wurden:

1. Petrus 4,6: Denn dazu ist auch den Toten gute Botschaft verkündigt worden, damit sie zwar den Menschen gemäß nach dem Fleisch gerichtet werden, aber Gott gemäß nach dem Geist leben möchten.

Psalm 68,19: Du bist hinaufgestiegen zur Höhe, du hast Gefangene weggeführt, hast Gaben empfangen bei den Menschen; und sogar Widerspenstige <sind bereit>, sich Jah, Gott, zu unterwerfen.

Sacharja 9,11-12: Auch du – um des Blutes deines Bundes willen lasse ich deine Gefangenen aus der Grube frei, in der kein Wasser ist. Kehrt zur Festung zurück, ihr auf Hoffnung Gefangenen! Auch heute verkündige ich: Doppeltes erstatte ich dir.

8. Ein Beispiel: Sodom

Sodom erleidet die Strafe ewigen Feuers.

Judas 1,7: … wie <auch> Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die in gleicher Weise wie sie Unzucht trieben und hinter fremdem Fleisch herliefen, als ein Beispiel vorliegen, indem sie die Strafe des ewigen Feuers erleiden. Am Tage des Gerichts allerdings wird es ihr erträglicher gehen als anderen:

Matthäus 11,23-24: Und du, Kapernaum, <meinst du,> du werdest etwa bis zum Himmel erhöht werden? Bis zum Hades wirst du hinabgestoßen werden; denn wenn in Sodom die Wunderwerke geschehen wären, die in dir geschehen sind, es wäre geblieben bis auf den heutigen Tag. Doch ich sage euch: Dem Sodomer Land wird es erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als dir.

Schließlich wird sie wieder hergestellt:

Hesekiel 16,48-55: So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, wenn deine Schwester Sodom, sie und ihre Töchter, <jemals> getan haben, wie du getan hast, du und deine Töchter! Siehe, das war die Schuld deiner Schwester Sodom: Hoffart, Fülle von Brot und sorglose Ruhe hatte sie mit ihren Töchtern, aber die Hand des Elenden und des Armen stärkte sie nicht; und sie wurden hochmütig und verübten Greuel vor meinem Angesicht. Und ich tat sie hinweg, sobald ich es sah. Und Samaria hat nicht halb so viel Sünden begangen wie du; und du hast deine Greuel zahlreicher werden lassen als sie und hast deine Schwestern als gerecht erscheinen lassen durch all deine Greuel, die du verübt hast. So trage auch {du} deine Schmach, die du für deine Schwestern eingetreten bist durch deine Sünden, die du greulicher begangen hast als sie! <So> sind sie gerechter als du. Und so schäme auch {du} dich, und trage deine Schmach, weil du deine Schwestern als gerecht hast erscheinen lassen! Und ich wende ihr Geschick, das Geschick Sodoms und ihrer Töchter und das Geschick Samarias und ihrer Töchter, und ich wende dein Geschick in ihrer Mitte: damit du deine Schmach trägst und dich all dessen schämst, was du getan hast, wodurch du sie tröstest. Und deine Schwestern, Sodom und ihre Töchter, werden in ihren früheren Zustand zurückkehren, und Samaria und ihre Töchter werden in ihren früheren Zustand zurückkehren, und auch du und deine Töchter, ihr werdet in euren früheren Zustand zurückkehren.

9. Errettung ist ein Akt der Gnade und nicht ein Erfolg unserer Werke. Auch glauben können ist Gnade

Epheser 2,8: Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es.

Psalm 107,10-16: Die Bewohner des Dunkels und der Finsternis <lagen> gefesselt in Elend und Eisen: denn sie waren widerspenstig gewesen gegen die Worte Gottes und hatten verachtet den Rat des Höchsten; und er hatte ihr Herz gebeugt durch Unheil. Sie waren gestürzt, und kein Helfer war da. – Da schrieen sie zum HERRN um Hilfe in ihrer Not: aus ihren Bedrängnissen rettete er sie. Er führte sie heraus aus Dunkel und Finsternis, er zerriss ihre Fesseln. Sie sollen den HERRN preisen für seine Gnade, für seine Wunder an den Menschenkindern! Denn er hat eherne Türen zerbrochen, und eiserne Riegel hat er zerschlagen.

Matthäus 19,25-26: Als aber die Jünger es hörten, gerieten sie ganz außer sich und sagten: Wer kann dann errettet werden? Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei Menschen ist dies unmöglich, bei Gott aber sind alle Dinge möglich.

1. Samuel 2,6: Der HERR tötet und macht lebendig; er führt in den Scheol hinab und wieder herauf. Psalm 68,19 –21: Du bist hinaufgestiegen zur Höhe, du hast Gefangene weggeführt, hast Gaben empfangen bei den Menschen; und sogar Widerspenstige <sind bereit>, sich Jah, Gott, zu unterwerfen. Gepriesen sei der Herr Tag für Tag! Er trägt für uns <Last>, Gott ist unsere Rettung. Gott ist uns ein Gott der Rettungen, und in der Macht des HERRN, des Herrn, stehen die Auswege vom Tod.

Jeremia 32,17: Ach, Herr, HERR! Siehe, du hast die Himmel und die Erde gemacht durch deine große Kraft und durch deinen ausgestreckten Arm: kein Ding ist dir unmöglich.

Hiob 42,2-3: Ich habe erkannt, das du alles vermagst und kein Plan für dich unausführbar ist. „Wer ist es, der den Ratschluß verhüllt ohne Erkenntnis?“ So habe ich denn <meine Meinung> mitgeteilt und verstand <doch> nichts, Dinge, die zu wunderbar für mich sind und die ich nicht kannte.

10. Es geht um GOTTES Ehre

Philipper 2,9-11: Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Dazu:

11. Darf GOTT überhaupt so umfassend begnadigen?

Römer 9,20-21: Ja freilich, o Mensch, wer bist du, der du das Wort nimmst gegen Gott? Wird etwa das Geformte zu dem Former sagen: Warum hast du mich so gemacht? Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre und das andere zur Unehre zu machen?

12. Alles neu!

Offenbarung 21,4-5: Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein: denn das Erste ist vergangen. Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht: Schreibe! Denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig.

Offenbarung 22,3-5: Und keinerlei Fluch wird mehr sein; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein; und seine Knechte werden ihm dienen, und sie werden sein Angesicht sehen; und sein Name wird an ihren Stirnen sein. Und Nacht wird nicht mehr sein, und sie bedürfen nicht des Lichtes einer Lampe und des Lichtes der Sonne, denn der Herr, Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Lukas 3, 6: und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.

Zwei Linien

Wir haben zwei Textgruppen nebeneinander gestellt. Wenn wir auch davon ausgehen, dass der Leser die eine oder andere Stelle unter Berufung auf Übersetzungsfehler oder falsche Betonung als nicht relevant aussortieren wird, bleibt für den einfachen und unvoreingenommenen Bibelleser doch festzustellen, dass es irgendwie zwei Linien gibt, die sich (scheinbar?) widersprechen.

Dabei glauben wir doch, dass die Bibel GOTTES Wort und als solches, irrtumslos und fehlerfrei ist. Trotzdem fragen wir uns: Muss nicht unbedingt das eine wahr und das andere falsch sein? Oder besteht die Möglichkeit, dass der hier angesprochene „Widerspruch“ eben doch kein Widerspruch ist, weil er sich auf einer höheren Erkenntnisebene aufhebt (das heißt: Wenn wir nur umfassendere Erkenntnis der Wahrheit hätten, würden wir in den beiden Linien überhaupt keinen Widerspruch sehen), weil die beiden Linien zusammenkommen können, sobald neue, uns bisher unbekannte Informationen zur Verfügung stehen. Wir dürfen den HERRN bitten, dass ER uns ein wenig Einblick in Seine „unausforschlichen Wege“ schenkt.

Bis dahin dürfen wir die Schriftstellen, die für eine Rettung aller Menschen sprechen, nicht einfach übergehen. Wir sollen nicht mit vielen Auslegungskünsten jeden einzelnen dieser Texte „entschärfen“, weil „nicht sein kann, was nicht sei darf“.

Ebenso darf man die Schriftstellen, die von einer Zweiteilung der Menschheit in ewig Gerettete und ewig Verlorene zeugen, nicht einfach übergehen. Der unvoreingenommene Bibelleser wird unter dem Eindruck der aufgeführten Texte wissen, dass er, will er gerettet werden, sich bekehren muss, und das heute, weil heute und nur heute das Angebot der Gnade gilt.

Die Auseinandersetzung über dieses Thema wird leider häufig nicht besonders sachlich geführt. Der Zuhörer oder der Leser hat manchmal den Eindruck, dass beide Seiten oft gar nicht richtig hinhören, was die andere zu sagen hat. Es wird dann drauflos argumentiert, Aussagen werden widerlegt, die gar nicht gemacht worden sind.

Eine biblisch begründete Lehre darf Folgendes jedenfalls nicht behaupten:

> Sie darf nicht behaupten, dass irgend jemand ohne Buße und Glauben an den HERRN JESUS CHRISTUS in die Herrlichkeit GOTTES eingehen könne.

> Sie darf nicht behaupten, dass es „dort“ am Ende Wiedergeborene und Sünder gäbe.

> Sie darf nicht den den Schluss ziehen, dass Evangelisation nicht erforderlich sei, weil ja „sowieso“ alle gerettet würden.

> Sie darf das Werk unseres HERRN JESUS nicht gering machen, indem sie sagt, dass ohne Sein Leiden und Sterben irgend jemand gerettet werden könne.

Diese Aussagen stellen uns außerhalb des Zeugnisses der Heiligen Schrift.

Wir glauben fest:

> Nur durch den Glauben an den HERRN JESUS, durch Buße und Bekehrung hindurch kann ein Mensch gerettet werden.

> Kein Unreiner kann in die Herrlichkeit eingehen.

> Wir müssen „das Wort von der Versöhnung“ verkündigen, unabhängig von unserer „Erkenntnis“*.

*„Erkenntnis“ ist hier in Anführungszeichen gesetzt. Damit soll angedeutet werden, wie lückenhaft und korrekturbedürftig all unser Erkennen in Wirklichkeit noch ist (1. Korinther 13, 9-12; Jakobus 3, 1-2).

Worin bestehen denn dann die Unterschiede?

Der große Unterschied besteht – wie gesagt – nicht darin, dass von der einen Seite das Werk CHRISTI weniger wert geachtet wird als von der anderen. Auch der Glaube wird von beiden Seiten als unabdingbar für das Heil angesehen. Trotzdem kommen beide Seiten zu Ergebnissen, die sich gegenseitig ausschließen.

Die eigentliche Kontroverse wird mit der Beantwortung von drei Fragen entschieden:

1. Gibt es nach dem Abscheiden aus diesem Erdenleben noch eine oder mehrere Möglichkeiten zur Umkehr?

 

Man muss Buße tun. Man muss sich bekehren! Ja! Aber sind die Möglichkeiten dafür mit dem physischen Sterben des Menschen erschöpft.

„Ja“, sagt die eine Seite, „ohne jeden Zweifel; etwas anderes zu verkündigen wäre frivol!“

„Nein“, antwortet die andere Seite unter Hinweis auf verschiedene Aussagen der Heiligen Schrift. „Das Ziel der Gerichte GOTTES ist Zurechtbringung und Wiederherstellung. Natürlich darf man das dem Sünder nicht verkündigen, weil die Gerichtsstrafen im Feuersee schrecklich sind und weil wir die Menschen vor diesem Schrecken dringend warnen müssen. Der Zeitpunkt für die Bekehrung ist „heute“. Jede Diskussion über die Frage, ob man sich „morgen“ auch noch bekehren kann, verbietet sich ohnehin, weil GOTTES Gebot eindeutig lautet: „Heute, wenn ihr meine Stimme hört …!“ Für uns aber, die wir GOTT lieben, darf es keinen Zweifel daran geben, dass die Erbarmungen GOTTES niemals zu Ende sind und dass ER schließlich doch, durch Gericht und Gnade zu Seinem herrlichen Ziel kommen wird.“

2. Bedeutet „ewig“ wirklich „ohne Ende“, oder − wie die „Allversöhnungslehrer“ sagen, etwas anderes?

 

Zu dieser Frage wird in Exkurs 1 im Anhang Stellung genommen.

3. Ist der Ratschluss Gottes wirklich durch den „freien Willen“ des Menschen begrenzt?

 

Kann der „freie Wille“ des Menschen den in der Schrift immer wieder bekundeten umfassenden Retterwillen GOTTES aufheben, weil der „freie Wille“ des Menschen stärker ist oder weil GOTT ihn „respektiert“, auch dann, wenn dieser Wille offensichtlich etwas Falsches und sehr Schädliches für den Menschen nach sich zieht und daher dem Willen GOTTES Zuwiderlaufendes fordert?

3.1. Gibt es diesen „freien Willen“ überhaupt?

Luther hat bekanntlich in seiner Schrift: „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ zwei Aussagen benutzt, um zu einer Antwort zu gelangen:

A. „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan“ (das heißt: er kann sich frei entscheiden);

B. „ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan“ (das heißt: er ist von Bestimmungen abhängig, die außerhalb von ihm beschlossen und durchgeführt werden). Luther nennt diese beiden Sätze „widerständige Reden“, was sie in der Tat sind. Unser menschliches Denken läuft immer auf ein „Entweder-oder“ hinaus. Die Bibel dagegen, weil sie das Wort des GOTTES ist, dessen Gedanken soviel höher sind als die unseren, wie der Himmel höher ist als die Erde (d. h. qualitativ völlig unterschieden), kennt ein „Sowohl-als-auch“, das mit menschlicher Logik zwar unvereinbar, von der höheren Dimension der göttlichen Weisheit jedoch lauter Wahrheit und absolut folgerichtig ist (Jesaja 55,9).

3.2. Wir haben einen freien Willen

Die Bibel spricht diesen freien Willen immer wieder an:

„Lasset euch versöhnen mit Gott!“ „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid!“ „Wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst!“ „Tut Buße!“ „… so werdet ihr bitten, was ihr wollt…“, „so tue er, was er will“. Solche Aufforderungen zeigen an, dass wir wenigstens vordergründig zu echten, wirklichen Entscheidungen fähig sind. Und weil wir fähig sind, sind wir auch dafür verantwortlich, wie wir uns entscheiden.

Wir können annehmen und ablehnen. Wer das Heilsangebot GOTTES annimmt, dem gehört es, wer es ablehnt, der hat es damit ausgeschlagen und muss wissen: „Der Zorn GOTTES bleibt auf ihm.“

(Lies 2.Korinther 5,20; Matthäus 11,28; Offenbarung 22,17; Apostelgeschichte 2,38; Johannes 15,7; 1.Korinther 7,36; Johannes 3,36!)

Man kann einwenden, dass der sog. „freie Wille“ in Wirklichkeit der Wille des Teufels ist, der dem gefallenen Menschen vorgaukelt, er träfe seine eigenen Entscheidungen. In Wirklichkeit täte der Mensch den Willen „seines Vaters, des Teufels“ (Johannes 8,44). Epheser 2,3 sagt, dass wir „einst“ „den Willen des Fleisches und der Gedanken taten“. So ist es.

Trotzdem fordert ein Gesandter GOTTES die Menschen auf, eine Entscheidung zu treffen. Wenigstens vordergründig handelt es sich um eine Entscheidung, eine Entscheidung, die von dem „Menschenmörder von Anfang“ auf alle Weise hintertrieben, vom HEILIGEN GEIST aber aus Gnade kräftig unterstützt wird. Der Mensch aber muss eine Antwort finden. Darum sagt uns der Philipperbrief: „Bewirket (schaffet) euer Heil (eure Rettung) mit Furcht und Zittern…“ (Philipper 2,12). Wehe dem, der es nicht tut! Wehe dem, der die ihm zur Versöhnung ausgestreckte Hand GOTTES ausschlägt, die Gnade verachtet!

Aber: Die Textstelle im Philipperbrief fährt bemerkenswert fort: „… denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken nach seinem Wohlgefallen!“

An anderer Stelle lesen wir: „Ich werde begnadigen, wen ich begnadige, und werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarme. So liegt es nun nicht an dem Wollenden, noch an dem Laufenden, sondern an dem begnadigenden Gott“ (Römer 9,15f). „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit niemand sich rühme“ (Epheser 2,8). Der HERR JESUS sagt: „Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn ziehe“ (Johannes 6,44). Hierher gehören sicher auch viele der Textstellen über Auserwählung, und ganz gewiss alle Aussagen des Wortes GOTTES über die Wahrheit, dass niemand Seinem Willen widerstehen kann (z. B. Psalm 135,6; Hiob 42,2; Jesaja 46,10; Epheser 1,11; Römer 8,29-30). Nein, dem Willen GOTTES können wir nicht widerstehen. ER hat uns keinen Willen gegeben, der Seinem Willen zu widerstehen vermöchte. ER tut, was er will!

Was nun? Haben wir einen freien Willen oder haben wir ihn nicht?

Wir haben ihn. Und weil wir ihn haben, müssen wir uns entscheiden. Wie wir uns entscheiden, so ergeht es uns. Entscheiden wir uns gegen das Gnadenangebot GOTTES, bleiben wir verloren. Dieses Verlorensein ist ein endgültiges. Dieses Verlorensein wird in GOTTES Wort eindringlich als schrecklich, als schmerzlich, als hoffnungslos beschrieben. Dabei ist nicht die Rede davon, wie oft dem Menschen dieses Angebot gemacht wird, es ist nicht einmal die Rede davon, dass GOTT „verpflichtet“ sei, es überhaupt dem einzelnen Menschen zu machen. Wer es heute hört und es heute ablehnt, ist dadurch für immer (um den Begriff „ewig“ nicht zu verwenden) verloren (Hebräer 4,7)! Es steht nicht zur Frage, ob GOTT (weil er gütig ist) dem Menschen vielleicht morgen – wann auch immer dieses „Morgen“ sein mag – noch einmal ein Angebot macht. Wer das Wort, das heute an ihn ergeht, ablehnt, bleibt damit in seinem verlorenen Zustand und ist damit unrettbar verloren. So wahr der Mensch einen freien Willen hat, sich frei entscheiden kann, ist er unrettbar verloren, wenn diese Entscheidung gegen das Gnaden- und Heilsangebot GOTTES ausfällt. Das gilt für die Entscheidung heute! Jede Spekulation (etwa: Ich kann mich ja kurz vor meinem Sterben noch bekehren …) ist nicht nur gefährlich, sie ist bereits eine Entscheidung gegen das Heil. GOTT sagt: „ICH biete dir heute das ewige Leben an, wenn du es annimmst, hast du es, wenn du es ablehnst, hast du es verworfen, dann hast du es nicht. ER erwartet ein einfaches „Ja“. Jede andere Antwort ist ein „Nein“.

Und bei einem „Nein“ bleibt nur noch „ein furchtbares Erwarten des Gerichtes und der Eifer eines Feuers, das die Widersacher verzehren wird. Hat jemand das Gesetz Moses verworfen, stirbt er ohne Barmherzigkeit auf zwei oder drei Zeugen hin. Wieviel ärgerer Strafe, meint ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für gemein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat?“ (Hebräer 10,27f.)

Noch einmal: Haben wir einen freien Willen oder haben wir ihn nicht?

Genauer gefragt: War es ursprünglich unsere Entscheidung, unsere Einsicht, die uns bestimmt hat, die rechte Wahl zu treffen, und das vor Millionen, die klüger, erfahrener, weiser waren als wir? War es nicht vielmehr die unergründliche Gnade GOTTES, die uns herausgerufen hat, obwohl wir elend, hilflos und schwach waren? Nicht viele Mächtige, nicht viele Edle sind auserwählt, „sondern das Törichte der Welt hat GOTT auserwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und das Schwache der Welt hat GOTT auserwählt, damit er das Starke zuschanden mache. Und das Unedle der Welt und das Verachtete hat GOTT auserwählt, das, was nicht ist, damit er das, was ist, zunichte mache, damit sich vor GOTT kein Fleisch rühme“ (1.Korinther 1, 26f.).

Es ist wirklich nur Gnade, dass wir auserwählt und hinzugetan wurden. Wir sind „Sein Werk, geschaffen in CHRISTUS JESUS“ (Epheser 2,10). ER hat uns zu „Erstlingen“ gemacht (Römer 11,16). Das ist Gnade, nur Gnade! Es ist Gnade, welche Erstlinge und Masse heiligt, Gnade! (Römer 11,26)

Nicht unser „freier Wille“, sondern GOTTES Güte hat uns herausgerufen. ER hat uns berufen vor vielen anderen. ER hat uns so geführt, dass wir das Evangelium hören konnten; ER hat sich Selbst uns offenbart, dass wir überzeugt wurden, dass ER „ist“; ER hat uns das Herz aufgetan, dass wir glauben konnten. ER ist „Anfänger und Vollender unseres Glaubens“ (Hebräer 11,6; Apostelgeschichte 16,14).

3.3. Nein, wir haben keinen freien Willen

GOTT ist es, der alles plant, wirkt und vollendet. Und niemand kann dem Willen GOTTES widerstehen. Kein „freier Wille“ kann dem Willen GOTTES widerstehen. Was GOTT sich vorgenommen hat, das tut ER auch. Und so können wir sagen: Wenn GOTT – nach dem Ratschluss seines Willens – sich vorgenommen hat, „alles zusammenzufassen in dem CHRISTUS, das, was in den Himmel, und das, was auf der Erde ist – in ihm“, dann wird das auch geschehen (Epheser 1,10). Und wenn GOTT „will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“, dann wird das auch geschehen und niemand kann IHM das verwehren (1.Timotheus 2,4).

Ist das ungerecht? Darf Gott das? Schließlich habe ich mich doch bekehrt, bin mit IHM den „schmalen Weg“ der Nachfolge gegangen, muss den Gottlosen doch wohl etwas voraus haben*.

*War es nicht Herrlichkeit, mit dem HERRN JESUS zu gehen? Hat ER uns nicht bewahrt und gesegnet? Haben wir uns wirklich durch unsere Bekehrung den Unterschied zwischen Himmel und Hölle verdient?

Nun, der HERR JESUS hat den Preis für alle bezahlt. Alle gehören IHM. ER ist das Lamm Gottes, welches der Welt Sünde getragen hat. ER hat die Sünde der ganzen Welt gesühnt, ER hat alle Dinge (das All) mit GOTT versöhnt. Sein Opfertod reicht zur Rechtfertigung des Lebens für alle aus. (Lies: Johannes 1,29; 1.Johannes 2,2; Kolosser 1,20; Römer 5,1!)

So wahr deine und meine Errettung allein auf die Gnade GOTTES zurückzuführen ist, so wahr hat diese Gnade die Macht und wird diese Gnade nicht nur dich und mich, sondern alle zu GOTT ziehen. Das gilt!

Aber es gilt auch, was wir anfangs dieses Kapitels geschrieben haben: Wir haben die Möglichkeit, uns zu entscheiden. Wir können und müssen uns entscheiden; wir können GOTTES Gnade annehmen; wir können sie ablehnen. Und eben deswegen ist es eine ernste Wahrheit: Die Gnade ablehnen heißt: ewig verloren gehen (Johannes 12,32).

Man kann sagen:

So wahr wir einen freien Willen und damit die Möglichkeit zur Entscheidung bekommen haben, geht derjenige unrettbar und für immer verloren, der die Gnade GOTTES ablehnt.

So wahr alles nur GOTTES freie Gnade ist, so wahr es nicht an unserem „Wollen oder Laufen“ liegt, so wahr wird GOTT Seinen Heilswillen mit allen durchsetzen.

Es ist wichtig, beide Linien zu sehen, zu verstehen, dass beides völlig wahr ist, auch, wenn es sich für unser Denken gegenseitig ausschließt. Es ist wichtig zu begreifen: Unser Heil hat es zu 100 % mit unserer Entscheidung und zu 100 % mit Gottes Gnade zu tun. Es ist wichtig, dass wir anerkennen: Es war GOTT, der mich gerufen, der mir die Ohren und das Herz aufgetan hat, damit ich das Evangelium hören konnte. Nur ER! Und ER wollte, dass nicht nur ich gerettet werde. ER wirkt auch an den anderen, an allen anderen. Sein Wort sagt es.

Es ist aber auch wichtig, dass ich eine klare Botschaft habe. Wenn ich Menschen die Botschaft von dem Heil in CHRISTUS weitersage, dann richte ich mich an ihren Willen; dann muss ich wissen, hier geht es um eine Entscheidung, die auch wirklich möglich ist. Ich brauche mir nicht die Frage zu stellen: „Ist der Mensch, um den es jetzt geht, überhaupt auserwählt?“ Als der Apostel Paulus in Athen predigte, rief er den Menschen zu: „Nachdem GOTT die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle allenthalben Buße tun sollen, weil er einen Tag gesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird.“ Er spricht den Willen der Menschen an. GOTT gebietet und sie müssen gehorchen, weil sie gehorchen können. Sie müssen sich entscheiden. Sie müssen sich schnell entscheiden: heute. Wenn sie sich gegen GOTTES Gnade entscheiden, bleiben sie – für ewig verloren (Apostelgeschichte 17,30).

Das ist die Botschaft, die Paulus auszurichten hat. Diese Botschaft ist mit jeder Konsequenz vollkommen wahr. Der Botschafter hat nichts anderes auszurichten, als die Botschaft, die ihm aufgetragen ist. GOTT gebietet – ihr müsst gehorchen. Wenn nicht: Gericht, Verdammnis. Es geht weder den Botschafter noch die Angeredeten etwas an, was auf der Linie des Gnadenwirkens, der Auserwählung GOTTES, des ewigen Ratschlusses GOTTES für die ganze Schöpfung … ebenfalls wahr sein mag. Hier geht es um die eine Linie. Und wenn wir beide Linien sehen, bleiben wir davor bewahrt, in dieser Hinsicht Ungereimtes über GOTT zu sagen und zu denken. Statt GOTT zu rechtfertigen (was er durchaus nicht nötig hat), können wir seine Botschaft verkündigen, völlig überzeugt von der Wahrheit dessen, was wir sagen. Wir können aber auch die widerlichen Angriffe des Teufels abwehren, der uns glauben machen will, Gott sei ungerecht, hartherzig, habe Freude daran, seine Geschöpfe zu quälen.

Wir sind völlig davon überzeugt, dass das Heil in CHRISTUS jedem Lästerer das Maul stopft, sobald dieses Heil völlig offenbar wird.

Können wir das verstehen?

Nein, wenn wir uns nach der einen oder der anderen Seite festgelegt haben, dann können wir das nicht. Dann aber sind wir gezwungen, entgegenstehende Aussagen der Schrift zu verdrängen oder herunterzudiskutieren.

Übrigens: Verstehen werden wir die Spannung mit all ihren Konsequenzen erst, wenn wir einmal „erkennen, gleichwie wir erkannt worden sind“ (1.Korinther 13,12).

„Denn Gott hat alle zusammen in den Unglauben eingeschlossen, damit er alle begnadige. O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unausforschlich sind seine Gerichte und unausspürbar seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Mitberater gewesen? Oder wer hat ihm zuvor gegeben, und es wird ihm vergolten werden? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge! Ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen!“ (Römer 11,32f)

Das soll es sein?

Vielleicht denkt der Leser jetzt: „Das soll es sein?“ Vielleicht stellt er enttäuscht fest: „Jetzt weiß ich immer noch nicht, wie sich die Sache verhält.“

Der bekannte evangelische Theologe und Religionspädagoge Helmut Kittel wurde einmal von seinen Studenten gefragt: „Wenn es stimmt, dass man nur durch den Glauben an JESUS CHRISTUS gerettet werden kann und wenn wir davon ausgehen, dass vor dem Erscheinen der ersten Missionare in China dort schon viele Millionen von Menschen gelebt haben, die also die Botschaft gar nicht hören und somit auch nicht glauben konnten – was wird aus diesen Chinesen?“ Der Professor überlegte einen Augenblick, dann sagte er lächelnd: „Ich weiß es nicht“, um fortzufahren: „Aber das will ich Ihnen sagen: GOTT ist gerechter als Sie und ER ist barmherziger als Sie, die Chinesen überlassen Sie getrost GOTT; Sie aber, Sie haben die Botschaft gehört, und Sie müssen sich entscheiden, und von Ihrer Entscheidung hängt Ihr ewiges Heil ab!“

Das ist dann die Antwort auf die praktische Seite unserer Frage. Wir wollen jedes Wort der Schrift stehen lassen, einfach glauben, was „geschrieben steht“, beten um mehr Einsicht, wo wir sie brauchen, nicht vorschnell urteilen oder verurteilen. SEIN GEIST wird uns in alle Wahrheit leiten.

Was gilt nun?

Was verkündigen wir?

Eingangs sprachen wir von dem „beständigen Schmerz, der seinen Ursprung darin hat, dass um uns her Millionen von Menschen für ewig verloren gehen. Wir sprachen von der großen Liebesnot unseres GOTTES. Sollte es DEM, der selbst die Liebe ist (1.Johannes 4,8), gleichgültig sein, dass die Vielen ohne Hoffnung auf irgendeine Erleichterung „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ gequält werden (Offenbarung 14,11)? Hat nicht der VATER Seinen SOHN in den Tod und in das Gericht gegeben, damit ER „suche und rette, was verloren ist“, dass „die Welt durch IHN gerettet werde?“ (Johannes 3,16; Lukas 19,10; Johannes 3,17). Und jetzt erkennen wir, dass ER in Seinen Bemühungen am Widerstand törichter, verblendeter Menschen zuschanden geworden sei. Es ist der erklärte Wille GOTTES, „dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“. Das will GOTT. Und wenn ER sagt „alle“, dann meint ER „alle“. Wir aber stellen fest: „Nein, es sind nur wenige“. Wir berufen uns einmal auf Texte wie Matthäus 7,14; 20,16; 22,14; Lukas 13,22-29. Dabei verspüren wir nicht den Schmerz eines liebenden Herzens. GOTT „hat die Welt geliebt“, und ER hat gehandelt. Das bedeutete für IHN die Hingabe des Liebsten, das ER hatte. ER hat IHN leiden lassen (Jesaja 53,10). Gewiss, jeder einzelne Gerettete ist ein großartiger Erfolg der göttlichen Bemühungen. Aber die vielen anderen …?

Wir haben die beiden Linien vor Augen gehabt. Beide finden wir in GOTTES Wort. Beide sind wahr. Und beide sind Botschaft.

Die Bibel ist GOTTES Wort

Die Bibel ist GOTTES Wort. Dieses Wort richtet sich an Menschen*.

* Viele halten die Bibel für eine Dogmensammlung. Sie meinen, dass man in ihr für jeden erdenklichen Fall die passende Anweisung findet. So hielten es auch die Pharisäer zu JESU Zeiten. Der HERR JESUS zeigte ihnen, dass es Situationen gibt, in denen die Barmherzigkeit stärker ist als das Gesetz. Die Bibel ist Botschaft GOTTES an Menschen; der HEILIGE GEIST wendet diese Botschaft auf Herzen und Gewissen von bestimmten Personen an.

Dem wegen seiner Schwachheit verzagten Herzen spricht es Mut zu: „Fürchte dich nicht!“ „Niemand kann sie aus meiner Hand reißen“, „Weder Tod noch Leben , weder … kann dich scheiden von der Liebe GOTTES“.

Der andere sündigt unbekümmert. Ihm sagt dasselbe Wort etwas ganz anderes: „Du auf deinem Sündenwege bist unrettbar verloren!“ So ließ der HERR es den Bewohnern von Ninive durch den Propheten ohne Wenn und Aber verkündigen: „Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört!“ Als die vierzig Tage vorüber waren, standen die Mauern von Ninive noch, die Bewohner hatten GOTTES Botschaft verstanden, Buße getan und GOTT hatte sie verschont.

Ebenso geht es dem Volk Israel. Immer wieder verkündigten die Propheten als Wort des HERRN Gericht, Zerstörung und völlige Verwerfung. Es war GOTTES Wort, als Warnung hineingerufen in das heilige Volk, das seinen GOTT verlassen hatte, um „anderen Göttern“ zu dienen.

Bis heute sieht es so aus, als habe der Ewige Seine heilige Drohung in aller Strenge in einem Zeitraum von 2000 Jahren wahr gemacht. Und doch wissen wir: GOTT wird sich Seines Volkes erbarmen. Ganz Israel wird gerettet werden (Römer 11,26).

GOTT kündigt manchmal Strafen an, damit ER sie nicht vollstrecken muss

Wehe aber dem Boten GOTTES, der die Botschaft „entschärft“. Hätte Jona zum Beispiel gesagt: „Ihr seid böse Sünder, GOTT will euch innerhalb von 40 Tagen mit dem Tod bestrafen, aber wie ich IHN kenne, wird ER das wohl eher nicht tun. ER ist ja so gnädig!“ – Die Hörer einer solchen Rede hätten gewiss nicht Buße getan. Boten GOTTES verkündigen Gericht und Strafe mit aller Schärfe, ohne Wenn und Aber. Sie wissen, dass GOTT meint, was ER sagt, hoffen aber und flehen, dass das angekündigte, durchaus berechtigte Gericht nicht vollzogen werden muss, So machten es Mose, David und Daniel (2.Mose 31-33; Daniel 9,15-19; 2.Samuel 24,17). So machen es wir. Weil GOTT die Welt mit sich selbst versöhnt hat, weil ER „ihnen ihre Übertretung nicht zurechnete“, darum üben wir den „Dienst der Versöhnung“ treu aus, indem wir im Auftrag GOTTES ermahnen und bitten: „Lasst euch versöhnen mit GOTT!“ Wir weisen mit allem Nachdruck auf die schrecklichen Konsequenzen einer Ablehnung oder Gleichgültigkeit hin. Die Botschaft lautet: „Wendet euch zum HERRN und lasst euch retten!“ alle ihr Enden der Erde! (nach Jesaja 45,22). Dabei vermengen wir die „Linien“ nicht. Unsere Meinung über die Gnadenwahl spielt in unserer Evangelisation ebenso wenig eine Rolle wie unsere Ahnung von einem späteren göttlichen Erbarmen, das um CHRISTI willen am Ende doch noch, durch Gericht und Gnade, Glauben und damit Rettung schenkt.

Das gilt für diese Zeit, die von manchen „Gnadenzeit“ genannt wird. Das gilt für heute. Die Aufforderung „Solange du lebst, musst du dich bekehren; danach gibt es keine Möglichkeit mehr“ entspricht nicht unserem Auftrag. „Heute“ ist der einzige Tag, an dem GOTTES Angebot angenommen werden muss. Niemand weiß, ob er morgen noch Gelegenheit dazu bekommt. Wer es heute ablehnt, der „hat“ es nicht!

„Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat, <nämlich> dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat. So sind wir nun Gesandte an Christi Statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!“ (2.Korinther 5,18-20).

Das durch die Schwere der Verantwortung und der Trauer über Milliarden Verlorener niedergebeugte Herz richtet der Hoffnungsstrahl der Botschaft vom großen, herrlichen, ewigen Sieg unseres HERRN und Heilandes JESUS CHRISTUS auf.

„Denn der HERR verstößt nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte. Denn nicht von Herzen plagt und betrübt er die Menschen“ (Klagelieder 3,31-34).

Darf Adam zu seinem Schöpfer zurückkehren?

Adam war geschaffen worden als ein Wesen, das sich entscheiden konnte. Damals gab es bereits die „Schlange“. Es gab auch eine große Zahl von Engeln. Ihre Fürsten jubelten und jauchzten, als GOTT „den Eckstein“ der Erde legte (Hiob 38,4-8).

Es gab böse, abgefallene Engel, unter ihnen Satan, die „alte Schlange, die Teufel und Satan genannt wird“ (Offenbarung 12,9). Durch Adam kam die Sünde in die Welt, nicht aber das Böse.

In diese Situation hinein wurde Adam geschaffen. Wem würde er gehorchen – dem gütigen GOTT oder Satan? GOTT selbst hat ihn durch das bekannte Verbot vor die Wahl gestellt, nicht allerdings, ohne ihn zu warnen: „An dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!“ (1.Mose 2,17). Dieses Risiko war der Schöpfer eingegangen. ER wollte Kinder haben, Menschen, die IHM freiwillig und freudig angehören.

GOTT ging das Risiko ein, nicht ohne vorher (vor Grundlegung der Welt, Epheser 1,4) einen wunderbaren Rettungsweg geplant zu haben. Der SOHN hatte sich bereiterklärt, als „Bürge“ (Jesaja 38,14; Hebräer 7,22) zur Verfügung zu stehen.

Adam wurde ungehorsam. GOTT zeigte ihm sogleich, was „sterben“ bedeutet, aber er gab ihm auch die Hoffnung: „ER, der Bürge, wird der Schlange den Kopf zertreten“ (1.Mose 3,15), womit all ihre Macht gebrochen werden würde und all ihre vermeintlichen Rechte an GOTT zurückfielen. Das Gehorsamsverhältnis zwischen Adam und der Schlange hätte in dem Augenblick keine Grundlage mehr.

Von allem Anfang an sind also Sünde, Tod, Gericht und Verdammnis als mögliche Zukunft des Menschen in Rechnung gestellt. GOTT wurde von dem Sündenfall nicht überrascht.

Die Bibel ist von Anfang bis zum Ende eine große Erlösungsbotschaft. Das allerdings begreifen wir erst vom Ende her. Wenn wir die 17 Lobgesänge der Offenbarung auf uns wirken lassen, verstehen wir, was es bedeutet: „… bis ER das Recht hinausgeführt hat zum Sieg!“ (Matthäus 12,20).

In den Auswirkungen des Sühne- und Versöhnungswerkes von Golgatha, in der herrlichen Auferstehung unseres HERRN JESU und in Seinem gegenwärtigen Wirken für uns ist unser ewiges Heil möglich und sicher. GOTT ist gerechtfertigt in Seinem Heilshandeln, das heißt, ER darf gnädig sein, ohne dadurch Seine Gerechtigkeit in Frage zu stellen (Römer 3,26).

Adam kann wieder zu seinem Schöpfer zurückkehren.

Exkurs 1:

„In Ewigkeit“, „ewig“ – was bedeutet das?

Es ist aus ganz bestimmten, dogmengeschichtlich bedingten Gründen heute kaum möglich, darüber zu reden, was „ewig“ in GOTTES Wort bedeutet. Wir sprechen von der Apokatastasis-Diskussion*, die seit den Tagen der frühen Christenheit bis heute anhält.

* apokatastasis (von apokathistēmi = wieder herstellen, zurückgeben, wieder in Ordnung bringen). Das Wort finden wir nur in Apostelgeschichte 3,21. Dort ist von „Zeiten der Wiederherstellung aller [Dinge]“ die Rede. Bei der ApokatastasisDiskussion geht es um die Frage der „Allversöhnung“.

Hier spielt eine sorgfältige Arbeit über den Äonenbegriff eine wesentliche Rolle, weil dadurch Argumente oder auch Scheinargumente für Ansichten zutage kommen, die manchen nicht angenehm sind. Darum aber werden wir der Klärung wichtiger biblischer Begriffe nicht ausweichen, die gerade in diesem Zusammenhang notwendig sind. Denn ohne ihre Kenntnis müssen wir auf das Verstehen schwieriger Aussagen der Bibel verzichten.

Das im Neuen Testament mit „Ewigkeit“ übersetzte Wort heißt in der Sprache des Neuen Testaments „aion“, das davon abgeleitete Eigenschaftswort „aionios“. Der Begriff „Aion“, eingedeutscht „Äon“, hat viele Denker, Philosophen, „Kirchenväter“, Theologen bewegt. Entsprechend reichhaltig ist das Schrifttum zu diesem Begriff. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, uns da hineinzubegeben. Uns interessiert allein, wie GOTTES Wort diesen Begriff verwendet, weil wir glauben, dass der HEILIGE GEIST bei der Entstehung der Schriften über einen einheitlichen und eindeutigen Gebrauch eines so zentralen Begriffs gewacht hat.

Äonen sind längere und bestimmte Zeitabschnitte. Die „Elberfelder Bibel“ übersetzt darum in vielen Fällen nicht „Ewigkeit“, sondern „Zeitalter“. Die von vielen Philosophen vertretene Vorstellung: „aionios“ = „ewig“ = „ohne Anfang und Ende“ oder „unter Aufhebung jeder Zeit“ findet sich in der Schrift nicht. Das erkennen wir bereits an der Art und Weise, wie der Begriff „aion“ nicht nur in der Einzahl, sondern auch in der Mehrzahl gebraucht wird. Da heißt es z. B., dass GOTT etwas vor den Äonen vorherbestimmt habe (1.Korinther 2,7); von den Äonen an hat Er etwas verborgen (Epheser 3,9); alle Äonen nennt die Schrift „den Äon des Äons“ (Hebräer 1,8; Epheser 3,21; Offenbarung 1,6). Durch den SOHN hat GOTT die Äonen (nicht die Welten!) gemacht (Hebräer 1,2;11,3). Andere beachtenswerte Textstellen: Römer 16,27; 1.Korinther 10,11; 2.Korinther 11,31; Epheser 2,7; 3,11. 1.Timotheus 1,17; Judas 25. Das Wort „Äon“ kommt übrigens im Neuen Testament 6#x in der Einzahl und 5#x in der Mehrzahl vor. (Wenn „Ewigkeit“ „zeitlos“ oder „unendlich“ bedeutete, könnte es nicht mehrere „Ewigkeiten“ geben.)

„Äon“ ist im Neuen Testament als längerer Zeitraum zu sehen, der von bestimmten heilsgeschichtlichen Fakten gekennzeichnet wird.

Der gegenwärtige Äon ist böse. Sein Gott ist Satan (2.Korinther 4,4). Wir haben uns deswegen mit diesem Äon nicht einszumachen (Römer 12,2), obwohl wir von den Kindern dieses Äons manches lernen können (Lukas 16,8). Wir haben uns als Volk GOTTES, das – neu geboren – nicht mehr diesem Äon angehört, davor zu hüten, denselben liebzugewinnen (2.Timotheus 4,10). Wir wandeln nicht mehr gemäß diesem Kosmos (Epheser 2,2), wissen wir doch, dass die Sorgen des jetzigen Äons das Wort ersticken wie die Dornen den Weizen (Markus 4,19). Unsere Weisheit wird von den Kindern dieses Äons nicht erkannt, und darum verlachen sie uns in ihrer eigenen Weisheit (1.Korinther 2,6-8 und 3,18).

Wir dürfen uns freuen, dass der HERR JESUS selbst bei uns ist, bis dieser Äon vollendet ist (Matthäus 28,20; Johannes 14,16) und der kommende anbricht (Hebräer 6,5; Epheser 1,21; Lukas 20,35; Markus 10,30).

Bei dem Begriff „Äon“ haben wir an all das Sichtbare und Unsichtbare zu denken, was diesen ausfüllt und was mit dem Ende des betreffenden Äons vergeht oder in den Bestand des kommenden übergeht. Hebräer 6,5 sagt uns, dass es möglich sei, jetzt schon „die Güter des zukünftigen Äons“ zu schmecken, anbruchsweise, als Vorgeschmack, als Angeld, schon jetzt etwas von dem zu erhalten, was in der ganzen Fülle dem Kommenden vorbehalten ist.

Es gibt eine ganze Reihe von Schriftstellen, in denen „ewig“ tatsächlich eindeutig in zeitlicher Begrenzung gesehen wird. Es folgen einige Beispiele.

1. Ewig = die Zeit des irdischen Lebens

2. Mose 21,5-6: Falls aber der Sklave sagt: Ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder, ich will nicht als Freier ausziehen!, so soll ihn sein Herr vor Gott bringen und ihn an die Tür oder an den Türpfosten stellen, und sein Herr soll ihm das Ohr mit einem Pfriem durchbohren; dann soll er ihm für ewig dienen

und

3. Mose 25,46: … und ihr mögt sie euren Söhnen nach euch vererben, um sie als Eigentum zu besitzen. Diese mögt ihr für ewig dienen lassen.

(In der „Ewigkeit“ dienen diese Sklaven ihren zeitlichen Herren nicht mehr! Sie dienen Zeit ihres Lebens.)

2. Ewig = 70 Jahre

In Jeremia 25 ist „ewig“ (Vers 9) genau 70 Jahre (Vers 11): „Siehe, so sende ich hin und hole alle Geschlechter des Nordens, spricht der HERR, und zu meinem Knecht Nebukadnezar, dem König von Babel, und lasse sie über dieses Land kommen und über seine Bewohner und über all diese Nationen ringsum. Und ich vollstrecke an ihnen den Bann und mache sie zum Entsetzen, zum Gezisch und zu ewigen Trümmerstätten. Und ich lasse unter ihnen verloren gehen die Stimme der Wonne und die Stimme der Freude, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, das Geräusch der Mühlen und das Licht der Lampe. Und dieses ganze Land wird zur Trümmerstätte, zur Wüste werden; und diese Nationen werden dem König von Babel dienen siebzig Jahre lang.“

3. Ewig – zehn Generationen

Ein bekanntes Beispiel für die zeitliche Begrenzung von „ewiglich“ finden wir in 5. Mose 23,3: „Es soll kein Ammoniter noch Moabiter in die Versammlung des HERRN kommen; auch das zehnte Geschlecht von ihnen soll nicht in die Versammlung des HERRN kommen ewiglich.“ Hier ist „ewiglich“ mit dem zehnten Geschlecht erfüllt, und richtig kommt Ruth, die Moabitin, nach Ablauf der Zeit von zehn Generationen in die Versammlung Israels hinein. Jithma, der Moabiter, war, so lesen wir in 1.Chronik 11,46 einer der „Helden“ der Heere Davids.

Wir sehen, dass „ewig“ nicht einfach „ohne Anfang und ohne Ende“ bedeutet, auch wenn das die gängige Annahme ist.

4. Ein schwerwiegender Einwand

Nun wird eingewandt, dass, wenn „Ewigkeit“ in Wirklichkeit nur eine begrenzte – wenn auch lange – Zeitspanne bedeuten solle, „ewiges Leben“ ebenfalls begrenztes Leben sei, „ewige Liebe“ einmal aufhören müsse, ja, schlimmer noch: dass der „ewige GOTT“ einen Anfang und ein Ende haben müsste, ER, der doch „allein Unsterblichkeit hat“ (1.Timotheus 6,16). „Ewige Erlösung“ hätte dann keinen wirklichen Wert, weil sie irgendwann einmal nicht mehr andauert: unmöglich!

Dieser Einwand besticht, und wir könnten versucht sein, jetzt vorschnell aufzugeben, vielleicht aus Furcht, falsche Aussagen über DEN zu machen, DER nicht nur „allein Unsterblichkeit hat“, sondern auch „der selige und alleinige Machthaber“ ist, der „König der Könige“, der ein „unzugängliches Licht bewohnt, den keiner der Menschen gesehen hat noch sehen kann“ – den heiligen GOTT!

Nein, das wollen wir nicht. Das wollen wir um keinen Preis! Dafür lieben wir IHN viel zu sehr und dabei fürchten wir uns, über IHN, dem alle Ehre gebührt, herabsetzend zu sprechen.

Aber gerade diese Furcht nötigt uns, GOTTES Wort auch dann noch ernst zu nehmen, wenn sich unser Verstand und unser Gefühl wehren. Sein Wort widerspricht sich selbst nicht, und es gibt keine Irrtümer in diesem Wort. Wir dürfen davon ausgehen, dass es eine Lösung gibt, die Wahrheit, die die Majestät unseres GOTTES nicht antastet und die gleichzeitig unser geistliches Denken völlig befriedigt. In vielen Fällen werden wir diese Lösung erst dann finden, wenn wir einst „erkennen, gleich wie wir erkannt worden sind“ (1.Korinther 13,12).

Die Hoffnung, „dann“ endlich vollständig zu erkennen, entbindet uns jedoch nicht davon, jede Aussage in GOTTES Wort, für wichtig, heilig und für verbindlich zu halten.

GOTT ist ohne Anfang und ohne Ende; Seine Liebe, die Wahrheit, die Erlösung in CHRISTUS enden niemals! Aber wir nehmen zur Kenntnis, dass „ewig“ an verschiedenen Stellen nicht die Bedeutung „ohne Anfang und ohne Ende“ hat.

Welchen Schluss sollen wir daraus ziehen?

Wir können uns helfen, indem wir unterschiedliche Bedeutungen annehmen. So macht es Kittel in seinem Theologischen Wörterbuch. Das Wort „ewig“ wird einmal so, ein anderes Mal so verwendet.

Andere schlagen vor, „ewig“ nicht als Zeitbestimmung anzusehen, sondern als Qualitätsbestimmung. „Ewig“ ist alles, was von GOTT ausgeht, zeitlich dagegen, was unter dem Einfluss der Sünde, und da besonders der Sünde des Menschen, entsteht. „Ewiges Leben“ ist Leben, das nicht innerweltlich definiert werden kann, wie etwa das Leben einer Pflanze oder eines Tieres. Ewiges Leben kann nur aus Dem erklärt werden, Der „der Ewige“ ist, GOTT. Wer IHN hat, hat ewiges Leben. So ist es mit allem, was „ewig“ ist. Wenn etwas dieses Attribut wirklich verdient, trägt es die Charaktermerkmale GOTTES. Noch einmal: „Ewig“ ist keine Zeitangabe, sondern ein Qualitätsmerkmal, das besagt, dass derjenige oder dasjenige, der oder das dieses Prädikat verdient, seinen Bestand und sein Wesen nicht allein innerweltlich, im Diesseits hat, sondern von dem „Vater der Ewigkeit“ (Jesaja 9‚6) geprägt ist. Über bestimmte Zeitdauern ist damit nichts ausgesagt. „Ich habe erkannt, dass alles, was Gott tut, für ewig sein wird: es ist ihm nichts hinzuzufügen, und nichts wegzunehmen; und Gott hat es also gemacht, damit man sich vor ihm fürchte“ (Prediger 3,1).

Ein anderer Ausleger (Wilhelm Michaelis) vertritt die Auffassung, dass „ewig“ im Neuen Testament eigentlich das Wort sei, „das unserem Ausdruck ‚eschatologisch‘ entspricht.“ Es sage gar nichts über die Zeitdauer aus, sondern bringe zum Ausdruck, dass die mit dem Attribut „ewig“ versehenen Personen, Geschehnisse oder Dinge nicht nur mit dem gegenwärtigen Zeitalter, sondern auch mit den kommenden zu tun haben.

Dazu im Folgenden ein Beispiel.

5. Eine Sünde, die „ewiglich“ nicht vergeben wird

Viele der Heiligen GOTTES – und oft sind es diejenigen, die dem HERRN mit ganzem Ernst nachfolgen wollen – geraten im Laufe ihres Christenlebens in ernsthafte Schwierigkeiten. Einige von ihnen verzweifeln, sie geraten in tiefe Depression. Das einzige, was sie dann noch davon abhält, ihrem Leben ein vorzeitiges Ende zu setzen, ist die innere Überzeugung, dass danach etwas noch viel Schrecklicheres auf sie wartet: die Hölle, der Feuersee. Diese Armen glauben, die „unvergebbare Sünde“ getan zu haben, die „Sünde wider den HEILIGEN GEIST“.

Sünde wider den HEILIGEN GEIST“, dieser Begriff kommt in der Bibel nicht vor, wohl aber „Lästerung des GEISTES“*

*Matthäus 12,22-32: Da wurde ein Besessener zu Jesus gebracht, der war blind und stumm; und er heilte ihn, so dass der Stumme redete und sah. Und alles Volk entsetzte sich und fragte: Ist dieser nicht Davids Sohn? Aber als die Pharisäer das hörten, sprachen sie: Er treibt die bösen Geister nicht anders aus als durch Beelzebul, ihren Obersten. Jesus erkannte aber ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann nicht bestehen. Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so muss er mit sich selbst uneins sein; wie kann dann sein Reich bestehen? Wenn ich aber die bösen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. Wenn ich aber die bösen Geister durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. Oder wie kann jemand in das Haus eines Starken eindringen und ihm seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken fesselt? Erst dann kann er sein Haus berauben. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den heiligen Geist, dem wird‘s nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.

Markus 3,27-30: Niemand aber kann in das Haus des Starken eindringen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet, und alsdann wird er sein Haus berauben. Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Söhnen der Menschen vergeben werden, und die Lästerungen, mit welchen irgend sie lästern mögen; wer aber irgend wider den Heiligen Geist lästern wird, hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig; – weil sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.

Wie gesagt, viele der Kinder GOTTES waren und sind geängstigt, verzweifelt, glauben sich verdammt zu ewigen Höllenqualen. „Ich habe es getan!

Auf die Frage, worauf sich diese schreckliche Gewissheit stützt, verweisen sie entweder auf einen gewissen emotionalen Mangel in ihren Versuchen zu beten oder GOTTES Wort zu lesen (Folge dieser Sünde), oder sie erinnern sich, dass sie einmal ein unbedachtes Wort, einen hässlichen Gedanken im Zusammenhang mit dem HEILIGEN GEIST ausgesprochen oder zugelassen haben (die Sünde selbst). Wir werden untersuchen, was GOTTES Wort zu diesem Thema sagt.

5.1. Um was geht es?

Zunächst sehen wir uns einige der in den Texten Matthäus 12, 22-32 und Markus 3,2730 verwendeten Begriffe an, damit wir wissen, wovon wir reden.

5.1.1. Lästerung – was bedeutet das?

Das Wort „Lästerung“ = „blasphēmia“, ist zusammengesetzt aus „phēmē“ = „etwas Gesagtes“ und einem nicht exakt ermittelten Wortstamm. Sprachwissenschaftler sind sich nicht einig, ob „blas…“ von gr. „blapto“ = „schaden“, „schädigen“, oder von „melos“ = „Fehler“, „Böses“ abzuleiten ist. Jedenfalls spricht der Lästernde ein negatives Urteil aus, und das zu Unrecht. So heißt es in Markus 3,30: „… weil sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.“

Das dazugehörige Zeitwort heißt: blasphēmeo = Schaden reden, verunglimpfen, schmähen, verlästern*.

* Blasphemie richtet sich gegen das Göttliche, aber auch gegen Menschen.

Einige Beispiele aus GOTTES Wort:

> Der HERR JESUS wurde am Kreuz von den Vorübergehenden gelästert, indem sie sagten: „… rette dich selbst!“ (Matthäus 27,39).

> Der Mörder am Kreuz lästerte ihn (Lukas 23,39).

> Die Reichen lästern den guten Namen, der über uns angerufen worden ist (Jakobus 2,7).

> Die Ungöttlichen lästern die Heiligen, weil diese ihr wüstes Treiben nicht mitmachen (1.Petrus 4,4).

> Unverständige lästern Majestäten, während Michael, der Erzengel, nicht wagte, ein lästerndes Urteil über Satan auszusprechen (Judas 2,8+9).

> Die Ehefrauen sollen gottgemäß wandeln, damit nicht das durch sie dargestellte Wort gelästert werde (Titus 2,5).

> Dasselbe gilt für gläubige Sklaven, damit nicht der Name GOTTES und die Lehre verlästert werde (1.Timotheus 6,1).

> Christen sollen ihr Gut nicht durch Gesetzlichkeit oder Lieblosigkeit verlästern lassen (Römer 14,16),

> sie selbst sollen erst recht nicht lästern (Titus 3,2; Kolosser 3,8; Epheser 4,32).

> Das „Tier“ und das „Weib“ werden gekennzeichnet sein durch Lästerung (Offenbarung 13,1-6 und 17,3).

Alle diese Lästerungen können vergeben werden, sofern sie nicht gegen den HEILIGEN GEIST gerichtet werden.

5.1.2. Vergebung – was ist das?

GOTTES Vergeben ist Erlassen. Die Schuld wird erlassen, die Strafe wird erlassen; die Folgen unserer Schuld werden von unserem GOTT zu gesegneten Bestandteilen unseres Glaubensweges und unserer Dienstberufung umgewandelt.*

* siehe CfD-Schrift 1062: Die Folgen unserer Sünden

Vergeben heißt „wegsenden“ (gr.: „aphiemi“ von „apo“ = „weg von“ und „hiemi“ = „senden“). Wir werden erinnert an den „Sündenbock“, auf den nach 3 Mose 16 am Versöhnungstag die Sünde des Volkes gelegt wurde, worauf man ihn mit dieser Sünde beladen wegsandte. So kündete er das „Lamm GOTTES“ an, das „die Sünde der Welt wegtrug“ (Johannes 1,29). Vergebung ist Erlösung, Vergebung aller unserer Sünden ist völlige Erlösung (Epheser 1,7). JESUS ist gekommen, um durch Sein Blut eine vollkommene Erlösung zu bewirken (Hebräer 9,22; Matthäus 26,28). So verkündigt ER durch Sein Wort den „Gefangenen Vergebung“ und „die Zerschlagenen schickt er infolge von Vergebung heim“ (so wörtlich in Lukas 4,18). So kann Kolosser 1,14 jubelnd vom SOHN GOTTES sagen: „In IHM haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden“, und Kolosser 2,13 „… indem ER uns alle Vergehungen vergeben hat“. Vergebung bekommen wir durch den Glauben an JESUS (Apostelgeschichte 10,43). Vergebung bekommen Menschen, die Buße tun, ihre Sünden bekennen (Lukas 24,47; 1.Johannes 1,9) und das Heil im Glauben annehmen.

5.1.3. Jede Sünde kann vergeben werden, außer …?

Markus 3,28-29: Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Söhnen der Menschen vergeben werden, und die Lästerungen, mit welchen irgend sie lästern mögen; wer aber irgend wider den HEILIGEN GEIST lästern wird, hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig.

Es gibt eine Sünde, die nicht vergeben wird. In Ewigkeit? Der HERR JESUS sagt: „ … hat keine Vergebung hinein in den Äon“ [εις τον αιωνα]. Das wird in Matthäus 12,32 erklärt: „… dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Äon noch in dem zukünftigen.

Es gibt in dem genannten Fall keine Vergebung a) in dem gegenwärtigen Zeitalter und b) in dem zukünftigen. Markus 3,29 sagt: „bis hinein in …“, das heißt: „Jetzt und (sogar) bis hinein in den zukünftigen Äon“. Damit sagen beide Textstellen – wie sollte es auch anders sein – dasselbe aus.

5.1.4. Welches ist der gegenwärtige, welches der zukünftige Äon?

Der von uns aus gesehen vorige Äon (für den HERRN JESUS und Seine Jünger war er gegenwärtig) endete mit der Verwerfung des Messias. Die Verwerfung wurde am Kreuz von Golgatha offenbar und mit der Ablehnung der Bußpredigt nach Pfingsten vollendet und durch die Zerstörung der Stadt Jerusalem im Jahre 70 auch äußerlich sichtbar.

Der neue Äon begann mit der Gründung der Gemeinde aus Juden und Heiden. Er ist gekennzeichnet einerseits durch den Bestand der Gemeinde hier auf der Erde, andererseits dadurch, dass Israel unter die Völker zerstreut, verfolgt und entwurzelt ist. Der jetzige Äon (aus der Sicht der Berichterstatter Matthäus und Markus „der Zukünftige“) endet mit der Entrückung des Leibes CHRISTI und der Wiederherstellung der Nation Israel, seiner Umkehr und Wiederannahme (Römer 11,24ff.) und der Machtergreifung des MESSIAS JESUS.

Damit beginnt dann auch, wie gesagt, der (von heute aus gesehen) zukünftige Äon, der jedoch – wie wir bereits gesehen haben – auch nicht der letzte ist. In Epheser 2,7 heißt es: „… in den kommenden Äonen“. Der nächstfolgende Äon ist das Zeitalter des wiederhergestellten Israel. Alle Propheten, viele der Psalmen und ebenfalls das Neue Testament reden davon. Viele der Aussagen der Schrift kann man nur verstehen, wenn man die Äonen voneinander zu unterscheiden gelernt hat.

5.1.5. Fazit

Wenn der HERR JESUS damals sagte: „… weder in diesem noch in dem zukünftigen Äon …“, was meinte ER da?

Die Antwort ergibt sich aus der Situation. Der HERR hat das betreffende Wort im vorigen Äon gesprochen. „In diesem“, das war das Zeitalter des Gesetzes, von uns aus gesehen das vorige. So ist der zukünftige Äon der, in dem wir jetzt leben. Also bedeutet „… weder in diesem, noch dem zukünftigen Äon …“: „Weder in dem Zeitalter, in dem die damaligen Hörer lebten (nach Mose und bis zur Verwerfung JESU) noch im Zeitalter der Gemeinde“. Das war es, was der HERR ausgesprochen hat. Das zu beachten ist für das Folgende außerordentlich wichtig.

Wir müssen die Heilszeitalter beachten!

5.2. Wer hat „es“ getan?

Diese Frage bewegt viele der Gläubigen. „Habe ich es getan, oder haben diejenigen unter meinen Geschwistern recht, die sagen: ‚Wer diese Sünde begangen hat, der ist vollkommen gleichgültig; wer sich noch sorgt, wer überhaupt noch diese Frage stellt, der hat die schreckliche Lästerung bestimmt nicht ausgesprochen’?“ Weil aus dieser existentiellen Frage nur eine vollmächtige Antwort retten kann, sind wir auf GOTTES Wort angewiesen.

Der HERR JESUS lehrt, dass nicht etwa ein Ausrutscher, ein schnelles, trotziges Aufbegehren, der Schrei eines gequälten Herzens zu besagter Lästerung führt. Ein „guter Baum“ (Matthäus 12,33) bringt keine so schreckliche Frucht, sondern ein „fauler“. „Aus der Fülle des Herzens redet der Mund“. Ein böser Mensch „bringt aus dem bösen Schatz seines Herzens Böses hervor“ (Matthäus 12,35). Nicht, wer von Gefühlen, von einem Zweifel zu einem schnellen bösen Wort verführt worden ist, hat den GEIST gelästert. Gewiss, auch ein spontan geäußertes böses Wort ist Sünde. Und wir sollen nicht sündigen. Wir brauchen Vergebung, und wir brauchen ebenso Bewahrung.

Zurück zum Text: Hier geht es eindeutig um viel, viel mehr. Der HERR JESUS hat unter dem Volk die Zeichen des Messias getan. Zuletzt war durch Sein vollmächtiges Wort ein Besessener, blind und stumm, befreit und geheilt worden. Vorher hatte ER bereits die Tochter des Jairus aus den Toten auferweckt (Matthäus 9,18-26). Aussätzige hatte ER gereinigt (Matthäus 8), Blinde sehend, Lahme gehend, Taube hörend gemacht (Matthäus 11,5). Jetzt, nachdem ER sich in souveräner Weise den Geistern gegenüber Gehorsam verschafft hatte, jetzt mussten sie es anerkennen: ER ist der CHRISTUS; ER wirkt durch den HEILIGEN GEIST GOTTES. So in die Enge getrieben, lügen sie, reden Unsinniges, wie der HERR ihnen sogleich beweist (Matthäus 11, 25-28). Sie behaupten: übernatürliche Kräfte, gewaltige Macht, gewiss. Aber da ER nicht der MESSIAS, der Gesalbte, sein kann, sein können darf (sonst wäre ja das Reich GOTTES zu ihnen gekommen in JESUS von Nazareth), muss es eine andere Vollmacht sein, eine Vollmacht „von unten“: Beelzebub!

Dieses Urteil wurde von geistlichen Führern des Volkes ausgesprochen und später mit dem schrecklichen „Kreuzige ihn!“ (Matthäus #7,##) vom Volk bestätigt. Dieses Urteil ist die Sünde Israels, die Lästerung des HEILIGEN GEISTES. Und Israel kann nicht geheilt werden, es sei denn, es hätte Vergebung dieser Sünde. Erst wenn das Volk sieht, wer der ist, den „sie durchbohrt“ haben (Sacharja 12,10), wer dieser JESUS aus Nazareth wirklich war, wird „für das Haus David und die Bewohner von Jerusalem eine Quelle geöffnet sein gegen Sünde und gegen Befleckung“ (Sacharja 13,1). Dann wird der König sichtbar wiederkommen, ER, den sie einst verworfen haben, als Retter Seines Volkes. Ein neuer Äon bricht damit an, nachdem „dieser“ und der „zukünftige“ zu Ende gekommen sind.

Unter Gesetz (von Moses bis zur Ausgießung des HEILIGEN GEISTES) = „dieser Äon“

Zeitalter der Gemeinde (von der Gründung der Gemeinde bis zu ihrer Entrückung) = „der zukünftige Äon“, in dem wir jetzt leben

Während beider gibt es keine Vergebung für Israel. Wenn aber beide Äonen vorüber sind, bricht ein neuer an, der Äon, in dem Jesus Christus der König über Sein wiederhergestelltes, gereinigtes Volk Israel sein wird.

Inzwischen aber leidet das Volk. Noch ist ihm ja nicht vergeben, noch sind sie „verstockt“ (Römer 11,25), bis „die Vollzahl der Nationen eingegangen ist“.

In diesem Zusammenhang ist die von dem HERRN JESUS so ernst angesprochene und folgenschwere Sünde begangen worden.

5.2.1. Kann auch ein Einzelner den GEIST lästern?

Es heißt doch: „… wenn aber jemand …“ (Matthäus 12,32). Zunächst einmal: Es gibt bei GOTT keine Kollektivschuld. Wenn ein Volk sündigt, dann sündigen die Personen, die das Volk ausmachen, jede für sich. Wenn z. B. Hitler das deutsche Volk an den Juden sündigen macht, dann geschieht das, weil sich die überwältigende Mehrheit der deutschen Menschen verführen lassen hat. Wenn ein Volk – wie das von Ninive durch die Predigt des Jona – Buße tut, dann geschieht das, indem jeder einzelne seine Sünden bekennt. Jeder wird für seine eigenen Entscheidungen, für seine eigenen Worte und Taten zur Rechenschaft gezogen (lies Hesekiel 18, bes. Vers 20).

So war es mit Israel. Die große Masse hatte sich dem Urteil der Fachleute (der Schriftgelehrten und Pharisäer) angeschlossen. Sie war längst reif dafür. Sie waren „faule Bäume“. Nicht alle haben sich der Lästerung angeschlossen: Nikodemus, Josef von Arimathia, Maria, die Elf … (vgl. Römer 11,1-10). So sollte das Wort des HERRN: „… wenn aber jemand …!“ als Warnung und Werbung an Sein Volk aufgefasst werden, an jeden Einzelnen: „Tue es nicht; du musst es nicht tun, und du darfst es nicht tun!“ Etliche sind auf diese Warnung eingegangen. Einige davon haben das mit dem Leben bezahlen müssen. Andere haben sich eine kurze Zeit später der neu entstandenen Gemeinde des HERRN angeschlossen. Die überwiegende Mehrheit aber hat sich falsch entschieden: „Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche!“ und: „Gib uns Barrabas frei!“ Das war die Lästerung des HEILIGEN GEISTES.

5.2.2 Und heute?

Was war eigentlich mit Hitler? Erinnern wir uns: Am 30. Januar 1933, dem „Tag der Machtergreifung“, rief er den Beginn des „Tausendjährigen Reiches“ aus. Hitler wusste (besser als manche der Heutigen), dass es nach der Schrift wirklich ein solches Reich geben wird. Allerdings wird es unter der Herrschaft des CHRISTUS und Seines Volkes Israel stehen. In seinem Wahn und inspiriert von dunklen Mächten forderte er CHRISTUS heraus: Nicht dieser, sondern Hitler sollte der Führer, nicht GOTTES auserwähltes Volk, sondern die Angehörigen der „nordischen Rasse“ sollten die „Herrenmenschen“ des Reiches sein. Um das zu erreichen, strebte er die „Endlösung der Judenfrage“, die völlige Eliminierung der Juden, an. Ohne Volk gibt es auch keinen König. Außerdem betrieb er zielstrebig die Germanisierung der Religion, die Germanisierung seines „anderen JESUS“. Ein neuer „Mythos des 20. Jahrhunderts“ sollte Geltung bekommen. Hitler betrieb das Werk, bis der HERR selbst eingriff.

Hitler war ein Vorläufer des Despoten, den Offenbarung 11 „das Tier“ nennt. Wie Hitler wird auch er einen „Reichspropagandaminister“ haben, einen Mann aus Israel, mit dem zusammen er, Anbetung fordernd, ein umfassendes Reich errichten wird. Trotz allgegenwärtiger Kontrolle, nicht zuletzt mittels des „Malzeichens“, wird ein Überrest widerstehen. Die Herrschaft des Tieres endet mit dem siegreichen Eingreifen CHRISTI.

Die Sünde des „Tieres“ wird nicht vergeben werden. Lebendig wird dieser Mensch, der sich an GOTTES Stelle zu setzen vornehmen wird – lebendig wird er, zusammen mit dem „falschen Propheten“, in den Feuersee geworfen werden (Offenbarung 19,20), „der bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln“ (Matthäus 25,41).

5.2.3. Und wir?

Wir als „neue Kreaturen“ dürfen davon ausgehen, dass wir zwar in der Lage sind zu sündigen, unser Hirte aber wird uns bewahren. ER hat das gute Werk in uns angefangen; ER wird es auch vollenden (nach Philipper 1,6). Niemand kann uns aus Seiner Hand reißen.

Nichts kann uns von der Liebe GOTTES scheiden, die in CHRISTUS JESUS ist, unserem HERRN (Römer 8, 38-39).

Das heißt aber auch, dass wir in heiliger Gottesfurcht leben, im Geist und nicht im Fleisch. Das heißt, dass wir stets bereit sind zu demütiger Buße, bereit, Sünden zuzugeben und zu lassen. Nicht unsere eigenen, nicht die Maßstäbe anderer Menschen, sondern GOTTES Maßstäbe sind für unser Leben gültig. Gerne unterwerfen wir uns Seinem Willen, weil wir IHN lieben und uns von IHM geliebt wissen. Und wenn wir feststellen, dass wir unsere „erste Liebe verlassen“ haben (Offenbarung 2,4), trauern wir, bleiben aber nicht zurück, sondern kehren um zu dem, der uns vergibt und uns reinigt, neu begnadigt und mit Seiner Liebe erfüllt.

Nicht eine Spezialschuld, die „Lästerung des GEISTES“, sondern unsere Sünde, unser Stolz, unser Eigensinn und Unglaube (wenn sie denn bei uns vorkommen) trennen uns von GOTT. Es ist dem Feind recht, wenn uns diese Trennung gar nicht bewusst wird. Wenn sie uns aber nicht mehr verborgen bleiben kann, versucht er, uns in Depressionen hineinzuführen: „Du hast sie getan, diese eine, diese schlimme Sünde!“ Wenn wir uns nicht als Sünder GOTT nahen, führt uns diese Depression weiter von dem Retter weg. Derjenige, dem es so geht, muss Buße tun. Er muss von dem „hohen Ross“ herunter! Wenn du – und jetzt spreche ich den betroffenen Leser persönlich an – glaubst, dem Antichristen gleich, GOTT und Seinen HEILIGEN GEIST gelästert zu haben, bitte, lass dir sagen, dass das nicht wahr ist. Du bist nichts als ein ganz gewöhnlicher, kleiner, schmutziger Sünder! Und dein VATER wartet darauf, dass du das zugibst. ER möchte dich reinigen durch das kostbare Blut JESU, das geflossen ist zur Vergebung jeder Sünde, deiner Sünde. Noch einmal: Nicht eine besondere Sünde trennt dich von GOTT, sondern die Tatsache, dass du nicht bereit bist, mit deiner Sünde, und sei sie „blutrot“ (Jesaja 1,18), zu deinem GOTT zu kommen und glaubend von IHM Vergebung und Reinigung in Empfang zu nehmen.

5.2.4. Und Israel?

Ganz Israel wird errettet werden. Die Drohung von Markus 3 und Matthäus 12 ist in Erfüllung gegangen. Ebenso wird sie – wenn „dieses“ und das „zukünftige“ Zeitalter vollendet sein werden – aufgehoben und in Segen verkehrt werden. GOTT hat es gesagt. Welch ein Triumph der Gnade GOTTES, welch ein Resultat des Todes JESU, welch eine Kraft ist in dem Blut CHRISTI, das dann rettend und wiederherstellend über sie und ihre Kinder kommt!

Wehe aber denen, die in ihrer Auflehnung bleiben!

Exkurs 2: Gericht

Und wie es den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht … (Hebräer 9,27 Lu.)

1.Begriffe

Es ist dem Menschen gesetzt (apókeimei = bereitliegen, aufbewahrt sein, bestimmt sein, siehe Lukas 19,20; Kolosser 1,5; 2.Timotheus 4,8; Hebräer 9,27).

Einmal – Zahlwort. Jeder Mensch muss ein (einziges) Mal sterben; es gibt aber auch den „zweiten Tod“ (Offenbarung 20,6; 20,14; 21,8). Das ist der Feuersee. Alle, die bereits mit CHRISTUS gestorben sind, dürfen wissen: Sein Tod war ihr Tod, der also in CHRISTUS bereits stattgefunden hat. Sie werden kein zweites Mal sterben. So sagt der HERR JESUS: „Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du dies?“ (Johannes 11,25-26).

Dasselbe gilt in Hinblick auf das Gericht: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tode in das Leben übergegangen“ (Johannes 5,24).

Gericht – (krisis = Scheidung, Trennung, Gericht, Richten, Strafgericht, Urteilsspruch, Strafe, Verurteilung, Verdammung, Richterkollegium, das Recht, Gerechtigkeit [Prozess der Gerechtigkeit, subjektiv und objektiv, für oder gegen] Briem), 47x im NT; erstes Vorkommen: Matthäus 5,21; letztes: Offenbarung 19,2.

Gericht – (hebr. Mischpath = Die Rechtsprechung oder die Wiederherstellung des Rechts durch Gericht. Recht und Ordnung werden wiederhergestellt, wobei dem, dem ein Recht verloren ging, wieder Recht verschafft wird.)

richten – (krínō), 115x im NT

Gericht kann zur Verdammnis, zur Rechtfertigung und zur Belohnung führen. Wenn die „bittende Witwe“ den Richter anfleht, tätig zu werden, dann erhofft sie von ihm Erleichterung und nicht Verurteilung (vgl. Psalm 68,6).

Wenn die Heiligen GOTTES auch wissen, dass sie nicht ins Gericht kommen (Johannes 5,24), weil ihr Gericht am Kreuz stattgefunden hat, wissen sie doch, dass ihre Werke beurteilt werden (1.Korinther 3,12-15; 1.Petrus 4,17; Jakobus 3,1).

Wir wissen aus der Schrift, dass es Unterschiede gibt im Gericht (lies Matthäus #11,22.24; 12,41; Lukas 10,14; Jakobus 2,13!).

In den meisten Fällen endet das Gericht mit einem Schuldspruch, der letztlich in den 2. Tod führt.

2. GOTT wird alle Werke vor Gericht bringen

Prediger 12,13-14: Lasst uns die Hauptsumme aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen. Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse.

3. GOTTES Gerichte an uns sind zu unserem Heil

Psalm 119,75: Ich habe erkannt, HERR, dass deine Gerichte Gerechtigkeit sind und dass du mich in Treue gedemütigt hast.

Psalm 119,175: Meine Seele soll leben und dich loben! Deine Bestimmungen (wörtlich: „Gerichte“) sollen mir helfen!

Habakuk 1,12: Bist du nicht von alters her, o HERR, mein Gott, mein Heiliger? Wir werden nicht sterben? HERR, du hast sie zum Gericht eingesetzt und, o Fels, zur Züchtigung sie bestimmt. 1.Petrus 4,17: Denn die Zeit <ist gekommen>, dass das Gericht anfange beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, was <wird> das Ende derer <sein>, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen?

Psalm 68,6: Ein Vater der Waisen und ein Richter der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung (ein Richter, der ihr Recht verschafft).

Lukas 18,6-7: Der Herr aber sprach: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten {nicht} ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und sollte er es bei ihnen lange hinziehen?

Psalm 76,10: … als Gott aufstand zum Gericht, um zu retten alle Demütigen auf Erden. Sela.

Jesaja 26,8: Selbst auf dem Pfad deiner Gerichte, HERR, haben wir auf dich gewartet. Nach deinem Namen und nach deinem Lobpreis <ging> das Verlangen der Seele.

4. Ein schreckliches Gericht ergeht über die Sünder

Hebräer 10,26-27: Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir hinfort kein andres Opfer mehr für die Sünden, sondern nichts als ein schreckliches Warten auf das Gericht und das gierige Feuer, das die Widersacher verzehren wird.

5. Das Gericht muss nicht das letzte Wort haben

Jeremia 48,47: Aber ich werde die Gefangenschaft Moabs wenden am Ende der Tage, spricht der HERR. Bis hierher <geht> das Gerichts<wort> über Moab.

Jakobus 2,13: Denn das Gericht <wird> ohne Barmherzigkeit <sein> gegen den, der nicht Barmherzigkeit geübt hat. Die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht.

Daniel 7,22: … bis der, der alt an Tagen war, kam und das Gericht den Heiligen des Höchsten gegeben wurde und die Zeit anbrach, dass die Heiligen das Königreich in Besitz nahmen.

Römer 11,33: O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unaufspürbar seine Wege!

Offenbarung 16,7: Und ich hörte den Altar sagen: Ja, Herr, Gott, Allmächtiger, wahrhaftig und gerecht sind deine Gerichte.

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