Er nahm unsere Schuld auf sich

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Ungarn – Die Geschichte, die ich Euch zu berichten habe, ereignete sich in der Zeit, als auf der weiten Pußta ein Volk von Kriegern lebte, Herdenbesitzer, deren Stolz der Besitz ihrer edlen Pferde war. 

In Friedenszeiten folgten sie ihren Herden; aber wenn es galt, einen Kriegszug zu tun, dann scharten sie sich um ihren Fürsten, dem sie Recht über Freiheit und Leben einräumten.c2

Die Sonne steht hoch über dem weiten Grasland. Wohlgefällig betrachtet der alte Fürst seine stattliche Herde – gelten doch seine Pferde viel unter den Kennern.

Aber dann verfinstern sich die Mienen des Mannes. Wieder fehlt ein Tier! In letzter Zeit mehren sich die Klagen: Pferde werden gestohlen, die besten, immer nur die besten.“
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Zornig reitet er nach Haus. Ein Gesetz geht aus: Ich, euer Fürst, werde jedem Pferdedieb, der der Tat überführt wird, beide (höret: beide!) Augen ausstechen lassen. Dieses habe ich geboten. Und ich werde es tun.“

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Das Gesetz wird verkündet. Oh, manch ein Mann fährt sich verstohlen mit dem Handrücken über die Augen. Nein, Pferde werden nicht mehr gestohlen.
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Wochen vergehen. Dann geschieht es: Das beste Reitpferd des Fürsten ist weg. Überall wird gesucht, gefragt. Umsonst.
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Der Fürst tobt. Fangt mir den Dieb!
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Nach einigen Tagen kommen einige Getreue zu ihrem Herrscher. Sie wagen nicht zu sprechen. Sie stehen gesenkten Hauptes.

„Fandet Ihr den Dieb? – Sprecht!”  „Ja, wir brachten das Pferd zurück.” Wo ist der Übeltäter? Ich will ihn bestrafen!”c8
Der Übeltäter aber war der eigene, der einzige Sohn des Fürsten. Frech hatte er die Kenntnis der Örtlichkeiten und das Vertrauen der Wächter genutzt, um seines Vaters beste Tiere zu stehlen. Jetzt war er gestellt. Am folgenden Tag ist die Gerichtsverhandlung. Gefesselt steht der Sohn vor dem Richter, seinem Vater. Der Fürst – wie wird er sich verhalten?

Der Zorn des Alten ist längst in langen Nachtwachen verraucht. Er ist nur noch Richter. Aber die Leute (wo kommen sie nur auf einmal alle her?), die Leute stecken die Köpfe zusammen und reden: 

„Der Spruch wird gar freundlich ausfallen, ist er doch sein eigenes Fleisch und Blut”, und: „Eine Krähe hackt der anderen nicht die Augen aus. Wenn’s unsereiner wäre…”c9

Anklage, Beweis, Geständnis. Und dann der Spruch:„Schuldig”. Und die Strafe? Du kannst sie im Gesetz lesen: Ihm werden beide Augen ausgestochen. Heute noch. So ist es gerecht.”

Ein Raunen geht durch die Menge. Keine Nachsicht? Liebt denn der Mensch seinen Sohn gar nicht? Alle wissen es jetzt: Er ist gerecht. Gerechtigkeit fordert diese Strafe.
„Scharfrichter!”
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Das spitze Eisen blitzt in der Sonne.

Da fasst der Fürst den Arm des Strafenden:„Halt, lass ihn!”

Irgendwo in der Menge lacht einer bitter:„ So, also doch…”
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Aber dann: „Scharfrichter, blende mich an seiner Statt. Er soll nicht immer blind sein. Ich liebe ihn!”

Der Scharfrichter stammelt betroffen: „Nein, Herr, das kann ich nicht.” Doch der Alte besteht darauf. Gerechtigkeit und Liebe kommen in eins in diesem Opfer.

Und der Sohn geht frei aus. 

Wie oft stellen wir uns die Frage:„Warum musste denn Jesus sterben?”, Konnte nicht Gott unsere Sünden mit einem Federstrich vergeben?“
In der alten Geschichte aus Ungarn liegt die Antwort:
Die Gerechtigkeit Gottes kann nicht einfach Schuld übergehen.
Wir wissen alle, dass das Zusammen leben der Menschen nur funktioniert, wenn bestimmte „Spielregeln” eingehalten werden.
Dazu hat Gott seine Gebote gegeben.
Wir aber haben diese Gebote übertreten und sind so schuldig geworden, unseren Mitmenschen gegenüber und Gott.
Schuld fordert Strafe. Aber Gott ist Liebe. Und diese Liebe suchte und fand einen Ausweg:
Gott wurde Mensch, der Mensch Jesus.

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ER NAHM UNSERE SCHULD AUF SICH
und trug unsere Strafe, indem ER am Kreuz für uns zu Tode gequält wurde.

So kann der gerechte Gott uns Schuldigen seine Liebe erweisen. Das bedeutet Versöhnung.
Nun haben wir die Möglichkeit, die Versöhnung anzunehmen oder nicht anzunehmen. Wir können in dem Wahn leben wollen: Was ist Schuld? – Niemand wird mich zur Rechenschaft ziehen.“
Was bleibt dann anderes für uns als das gerechte Gericht Gottes?
Wir können aber auch die Versöhnung annehmen.
Gott hat es sich unendlich viel kosten lassen, dass wir versöhnt werden können.
Willst Du darauf eingehen? Sage Gott, dass Du die Versöhnung annehmen willst. Bitte ihn, Dir Deine Schuld zu vergeben. Danke ihm, dass er es tut (weil er es in seinem Wort, der Bibel, gesagt hat). 

 

 

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